Westnetz testet Batteriespeicher zur Netzstabilisierung

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Westnetz hat in Föhren bei Trier erfolgreich einen Großbatteriespeicher getestet, der zur aktiven Netzstabilisierung beitragen soll. Im Rahmen des Projekts SUREVIVE wurde untersucht, wie der Speicher das Stromsystem stabilisieren kann, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.

Erfolgreicher Praxistest in Föhren

In einem entscheidenden Schritt für die Energiewende hat Westnetz in Föhren bei Trier einen neuen Großbatteriespeicher erfolgreich getestet. Dieser speichert Energie, um bei Nachfrage- und Angebotsschwankungen das Stromnetz aktiv zu stabilisieren. Projektleiter Ingo Liere-Netheler von Westnetz berichtet, dass die Tests im Mittelspannungsnetz positive Ergebnisse zeitigten und der Speicher im sogenannten netzbildenden Modus wie erwartet reagierte.

Neue Ansätze für die Netzstabilität

Der Batteriespeicher spielt eine zentrale Rolle bei der Entlastung von Engpässen im Netz. Mit der fortschreitenden Energiewende ist es entscheidend, dass neue technische Lösungen wie diese Speicheranlagen aktiv zur Stabilität des Stromsystems beitragen können. Bisher wurden solche Aufgaben vor allem von großen, konventionellen Kraftwerken übernommen, die kurzfristige Schwankungen im Stromsystem ausgleichen. Jana Messmer, stellvertretende Projektleiterin im Innovationsmanagement, betont die Notwendigkeit, Netze weiterzuentwickeln, damit auch neue Anlagen aktiv zur Stabilität beitragen können.

Feldtests und zukünftige Anwendungen

Das Projekt SUREVIVE setzt auf modernste Steuerungstechnik mit netzbildenden Umrichtern. Diese sichern nicht nur die Einspeisung von erneuerbaren Energien, sondern stabilisieren auch Frequenz und Spannung im Stromnetz. Erste Feldtests zeigen, dass die Anlage eine Systemdienstleistung bereitstellen kann, die einer Momentanreserve aus konventionellen Kraftwerken entspricht. Dieser Fortschritt deutet darauf hin, dass auch in Zukunft der Einsatz solcher Technologien zur Stromstabilität entscheidend sein wird.

Mit einer Kapazität von 55 Megawattstunden kann der Speicher den durchschnittlichen Tagesstrombedarf von rund 5.500 Zwei-Personen-Haushalten decken und ist direkt mit örtlichen Solarfeldern verbunden. Das Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und soll weitere Erkenntnisse für die Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz liefern. Abschließend erläutert Roland Singer vom Fraunhofer ISE, dass die kommenden Tests detaillierte Daten zur Spannungsbildung und Systeminteraktion liefern werden, was die Entwicklung zukünftiger Stromnetze unterstützen soll.

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