Effektiver Lärmschutz: Gesundheit am Arbeitsplatz sichern

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Am 29. April 2024 findet der bundesweite Tag gegen Lärm statt, der in diesem Jahr unter dem Motto ‚Der Sound von Morgen‘ steht. Die BG BAU bündelt Informationen und Maßnahmen, um wirksamen Lärmschutz für Beschäftigte zu gewährleisten.

Gesundheitsrisiken durch Lärm

Lärm kann ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen. Laut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) spielt er eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Bluthochdruck, Stress, Schlafstörungen und anderen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Besonders auf Baustellen sind Arbeiter oft hohen Lärmbelastungen ausgesetzt, was auf lange Sicht zu nachhaltigen Hörschäden führen kann. ‚Der Handlungsbedarf ist hier enorm‘, erklärt Hans-Jürgen Wellnhofer, kommissarischer Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU.

Aktuelle Statistiken zur Lärmschwerhörigkeit

Die Zahlen zur Lärmschwerhörigkeit in der Bauwirtschaft sind alarmierend. Sie gilt seit Jahren als die häufigste Berufskrankheit mit Verdachtsanzeigen. Im Jahr 2022 gab es 15.449 Verdachtsanzeigen, 2024 hingegen stieg die Zahl auf 19.310. Diese Entwicklung verdeutlicht die Strukturen, die dringende Anpassungen erfordern.

Darüber hinaus stellt Lärm ein Sicherheitsrisiko dar. ‚Wichtige Warnsignale werden möglicherweise nicht rechtzeitig gehört, was zu Unfällen führen kann‘, fügt Wellnhofer hinzu. Die Herausforderung geht jedoch über den Arbeitsplatz hinaus. Lärmschwerhörigkeit kann auch die Kommunikation im Alltag beeinträchtigen und betroffene Personen isolieren.

Maßnahmen für Lärmschutz am Arbeitsplatz

Um den Lärm am Arbeitsplatz zu reduzieren, setzt die BG BAU auf das TOP-Prinzip: technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen. An oberster Stelle steht der Einsatz leiserer Maschinen und geräuscharmer Arbeitsverfahren. Sollte dies nicht realisierbar sein, sind organisatorische Anpassungen nötig, wie der zeitlich begrenzte Aufenthalt in lauten Bereichen. Kommt es zu unvermeidbaren Lärmpitzen, müssen persönliche Schutzmaßnahmen, wie Gehörschutz, angewendet werden. ‚Arbeitgeber sind verpflichtet, ab einem Tageslärmpegel von 80 Dezibel geeigneten Gehörschutz bereitzustellen‘, heißt es von Wellnhofer.

Um die Akzeptanz und damit die Nutzung des Gehörschutzes zu erhöhen, fördert die BG BAU die Anschaffung individueller Otoplastiken bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal 100 Euro. Im letzten Jahr wurden rund 4.700 dieser Hörschutzlösungen gefördert. ‚Die Nachfrage belegt den Bedarf‘, so Wellnhofer weiter.

Der Tag gegen Lärm als Informationsplattform

Der internationale Tag gegen Lärm, der seit 1998 in Deutschland gefeiert wird, hat das Ziel, über die Ursachen, Folgen und Schutzmöglichkeiten vor Lärm aufzuklären. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA), thematisiert der Tag die gesellschaftlichen Herausforderungen und wertvollen Lösungen zum Gehörschutz.

Weitere Informationen zu Maßnahmen und Förderungen finden Sie auf der Website der BG BAU.

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