Der Eigentümergesellschaft der Grube Teutschenthal droht die Insolvenz. Um diese abzuwenden, verlangt der Mutterkonzern Geiger vom Land Sachsen-Anhalt 90 Millionen Euro für die Sanierung der Grube.
Finanzielle Notlage der Grube Teutschenthal
Die Grube Teutschenthal, ehemals ein aktives Salz- und Kalibergwerk im Saalekreis, hat sich über die Jahre zunehmend als finanzielles Problem entpuppt. Laut einem Schreiben des Wirtschaftsstaatssekretärs Gert Zender an den Finanzausschuss des Landtags reicht das Einkommen der Grube nicht mehr aus, um die bestehenden Verbindlichkeiten zu decken. Die Betreiber, die Grube Teutschenthal Sicherungs-GmbH (GTS), sehen sich daher nicht mehr in der Lage, die notwendigen Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Diese umfassen das Verfüllen von Abfall zur Verhinderung des Einsturzes unterirdischer Hohlräume.
Forderungen des Mutterkonzerns Geiger
Um die Situation zu entschärfen und die Sanierungsarbeiten fortzusetzen, verlangt der bayerische Mutterkonzern Geiger vom Land Sachsen-Anhalt insgesamt 90 Millionen Euro. Verschiedene Vorschläge wurden bereits diskutiert, darunter die Wiederaufnahme der Steinsalzförderung, die als neue Einnahmequelle für die GTS dienen könnte. Allerdings ist dieses Vorhaben mit der Bedingung verknüpft, dass das Land Zuschüsse in Höhe von etwa drei Millionen Euro pro Jahr über 30 Jahre zur Verfügung stellt.
Das Wirtschaftsministerium hat jedoch erhebliche Bedenken gegenüber dieser finanziellen Vereinbarung geäußert. In dem erwähnten Schreiben wird deutlich, dass die von der GTS vorgelegte Vereinbarung als „deutlich zulasten des Landes formuliert“ und deshalb nicht tragbar angesehen wird.
Konsequenzen einer Insolvenz
Sollte die GTS in die Insolvenz gehen, müsste das Landesamt für Geologie und Bergwesen die Arbeiten zur Stilllegung der Grube übernehmen, was Kosten in Höhe von mindestens 130 Millionen Euro für das Land Sachsen-Anhalt nach sich ziehen könnte. „Die Gesellschaft erzeugt massiven Druck und droht mit der Insolvenz, sollte kurzfristig keine Finanzierungsvereinbarung zustande kommen“, so Zender.
Die Situation bleibt angespannt, und die Frage, ob und wie eine finanzielle Lösung gefunden werden kann, ist nach wie vor ungewiss. Der GTS-Mutterkonzern Geiger ließ eine Anfrage der Mitteldeutschen Zeitung zu dem Thema unbeantwortet, während das Wirtschaftsministerium sich zurückhaltend äußerte.

