Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) kündigt leichtes Wachstum im Pflanzenschutzmarkt an, sieht jedoch ernsthafte Herausforderungen für die Zukunft. Insbesondere regulatorische Unsicherheiten und geopolitische Einflüsse belasten die Branche.
Leichtes Wachstum im Pflanzenschutzmarkt
Im Wirtschaftsjahr 2025 zeigt der deutsche Pflanzenschutzmarkt Anzeichen einer Erholung und verzeichnet einen Umsatz von 1,273 Milliarden Euro, ein Anstieg von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies wurde stark durch einen Anstieg des Herbizidumsatzes auf 606 Millionen Euro (plus 18,6 Prozent) beeinflusst, da viele Händler aufgrund unklarer Zulassungsfragen Vorräte aufbauten. Allerdings sank der Umsatz bei Fungiziden um 4,9 Prozent auf 451 Millionen Euro, während der Insektizidmarkt mit einem Rückgang von 7,2 Prozent auf 129 Millionen Euro kämpft. Der Rückgang dieser Sektoren ist in erster Linie auf das Fehlen effizienter Alternativen und ungünstige Witterungsbedingungen zurückzuführen.
Herausforderungen durch Regulierung
IVA-Präsident Michael Wagner äußert Besorgnis über die bestehenden regulatorischen Hürden, die Innovationen im Pflanzenschutz behindern. Er weist darauf hin, dass die derzeitigen Zulassungsverfahren veraltet sind und es kaum Fortschritte bei neuen chemisch-synthetischen Wirkstoffen seit 2019 gegeben hat. Wagner fordert eine zentrale Behörde für Zulassungen, um die Effizienz zu steigern und Deutschland als attraktiven Standort zu positionieren. Die gegenwärtige Situation gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrarindustrie und kann langfristige Auswirkungen auf die Obst- und Gemüseproduktion haben.
Markterholung und notwendige Politikmaßnahmen
Auf dem Düngemittelmarkt ergibt sich ein wechselhaftes Bild. Während der Stickstoffabsatz um 3,8 Prozent auf 1,137 Millionen Tonnen steigt, stagnieren die Phosphat-Düngemittel. IVA-Vizepräsident Marco Fleischmann appelliert an die Politik, faire Wettbewerbsbedingungen durch Maßnahmen wie den CO2-Ausgleichmechanismus (CBAM) und Meistbegünstigten-Zölle (MFN) zu garantieren. Dadurch könne die einheimische Produktion gefördert und der CO2-Fußabdruck der deutschen Hersteller im Vergleich zu Importen verringert werden. Zudem müsse die Landwirtschaft in Krisenzeiten Unterstützung erhalten, damit die Agrarproduzenten nicht in eine existenzbedrohende Lage geraten, während gleichzeitig die Erzeugerpreise unter Druck stehen.
Die Bestrebungen des IVA zeigen, dass eine strategische Anpackung notwendig ist, um das Wachstum in der Agrarchemie nachhaltig zu fördern. Die Zukunft der deutschen Agrarindustrie hängt von einer Kombination aus regulatorischer Entlastung, Innovationsförderung und fairen Wettbewerbsbedingungen ab.

