Die internationale Hilfsorganisation Help mahnt an, dass der Bundeshaushalt 2027 massive Kürzungen für humanitäre Hilfe vorsieht. Mit einem Rückgang von 5,8 Prozent im Etat des BMZ ist die Unterstützung für Bedürftige in akuter Gefahr.
Bundeshaushalt 2027: Alarmsignal für humanitäre Hilfe
Bonn – Trotz zunehmender Krisen weltweit plant die Bundesregierung, die Mittel für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um 5,8 Prozent zu kürzen. Dies ist ein besorgniserregendes Signal, warnte Dr. Thorsten Klose-Zuber, Generalsekretär von Help – Hilfe zur Selbsthilfe. Bereits jetzt haben rund 6,8 Millionen Menschen aufgrund vorheriger Kürzungen keinen Zugang mehr zu lebenswichtiger Unterstützung.
Massive Einschnitte in der humanitären Hilfe
Die finanziellen Mittel für humanitäre Hilfe wurden seit 2022 drastisch reduziert, von 3,14 Milliarden Euro auf lediglich 1,05 Milliarden Euro im Jahr 2026, was einem Rückgang von fast 70 Prozent entspricht. Auch das BMZ musste seit 2022 über 30 Prozent seines Budgets abbauen. Klose-Zuber vergleicht diese Kürzungen mit den 1,6 Milliarden Euro, die für zwei Monate Tankrabatt ausgegeben wurden: „Es ist unverständlich, dass Deutschland mehr Geld für Tankrabatt bereitstellt, als für die lebenswichtige humanitäre Hilfe.“ Die Auswirkungen der Kürzungen auf die Nothilfe des Auswärtigen Amts sind bislang unklar, was die Unsicherheit für die Betroffenen erhöht.
Appell an den Deutschen Bundestag
Klose-Zuber betont die Notwendigkeit einer verlässlichen finanziellen Grundlage für die Entwicklungszusammenarbeit und den Wiederaufbau in Konfliktregionen. „Langfristige Perspektiven und finanzielle Unabhängigkeit müssen Menschen in Krisenregionen geboten werden. Doch die extreme Reduzierung der Mittel macht dies unmöglich“, sagt er. Die Arbeit von Help besteht darin, Projekte so kosteneffizient wie möglich zu gestalten, doch die derzeitige Haushaltslage gefährdet bereits existierende Projekte und kostet Menschenleben.
Help fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, im weiteren Haushaltsverfahren gegenzusteuern. In Zeiten globaler Unsicherheit sei mehr Investition in humanitäre Hilfe dringend notwendig.

