Der Tierpark Nordhorn hat gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Jägerschaft einen Leitfaden zum Schutz von Brachvogel- und Kiebitznestern veröffentlicht. Mit dem Beginn der Mähsaison stehen sowohl Landwirte als auch Naturschützer in der Pflicht, junge Vogelpopulationen zu schützen.
Kooperation für den Artenschutz
Der Tierpark Nordhorn, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim und die Jägerschaft Grafschaft Bentheim haben einen umfassenden Leitfaden zum Schutz von Wiesenvögeln geschaffen. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Mähsaison werden spezifische Handlungsempfehlungen gegeben, um Brutstätten von bedrohten Arten wie Brachvogel und Kiebitz zu bewahren. Gerade in den Wiesen und Feldern der Region müssen Landwirte und Flächenbewirtschafter wachsam sein, um Nester von Bodenbrütern zu erkennen und zu schützen.
Aufgaben für Landwirte und Jäger
Die Notwendigkeit zum Schutz der Nester wird besonders verantwortungsbewusst von den Landwirten und Jägern wahrgenommen. Diese sind angehalten, die Wiesen vor der Mahd auf Brutstätten zu durchsuchen. Dabei kommen zunehmend moderne Technologien wie Drohnen zum Einsatz, um einen besseren Überblick über die Flächen zu erhalten. Gefundene Jungtiere werden in Sicherheit gebracht, was ein gefahrloses Mähen ermöglicht. Für Gelege und Eier ist die Situation jedoch etwas komplizierter, da Nester nicht einfach versetzt werden können. Ihre Sicherheit muss direkt am Ort des Fundes gewährleistet werden, da das Entfernen der Nester von geschützten Arten wie Brachvogel gesetzlich unzulässig ist.

Ein Leitfaden zur Nestidentifikation
Ein wesentliches Ziel des neuen Leitfadens ist es, Verwechslungen zwischen den Nester verschiedener Arten zu vermeiden. So wurden in der Vergangenheit Brachvogelgelege fälschlicherweise für Fasanennester gehalten, was zu unbeabsichtigten rechtlichen Konsequenzen führte. Die Bestimmungshilfe wird durch moderne Smartphone-Techniken, Fotos und KI-gestützte Anwendungen ergänzt, um die Identifikation am Einsatzort zu erleichtern. Der Leitfaden zeigt auch die praktische Methode des Auspflockens der Nester auf, um diese für Landwirte deutlich zu markieren. So kann sichergestellt werden, dass während der Mahd keinen Schaden verursacht wird.
Zusätzlich werden Landwirte in ihrer Rolle als Naturschützer bestärkt und erhalten Anreize, sich aktiv für die Erhaltung dieser wertvollen Vogelpopulationen einzusetzen. Diese Zusammenarbeit wird als wichtige Maßnahme zur Förderung einer nachhaltigen Landnutzung anerkannt, die nicht nur der Natur dient, sondern auch die Lebensqualität in der Region steigert.

