Im Landkreis Emsland könnte die Arbeit in der Landwirtschaft und im Gartenbau das Risiko, an Parkinson zu erkranken, erhöhen. Die IG BAU fordert eine gezielte Aufklärung von Ärzten über die Zusammenhänge zwischen Beruf und Krankheit.
Parkinson durch Pestizide: Eine Gefahr für Beschäftigte
Immer mehr Menschen, die im Landkreis Emsland in der Landwirtschaft oder im Gartenbau arbeiten, sollten sich über mögliche Gesundheitsrisiken bewusst werden. Laut Herbert Hilberink von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) besteht ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken, wenn man über Jahre hinweg häufig mit chemischen Pflanzenschutzmitteln in Kontakt kommt. Dazu gehören unter anderem Fungizide, Insektizide und Herbizide.
Berufskrankheit und finanzielle Unterstützung
Das Parkinson-Syndrom ist mittlerweile als Berufskrankheit anerkannt. Um Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung zu erhalten, müssen Betroffene jedoch nachweisen, dass sie mindestens 100 Tage mit Pestiziden gearbeitet haben. Dies gilt nicht nur für Landwirte, sondern auch für Beschäftigte im Gartenbau und in der Floristik sowie im Bauwesen. Hilberink erklärt: „Die Hilfe der Berufsgenossenschaft reicht von medizinischer Versorgung bis zu finanziellen Leistungen.“
Aufklärung und Information dringend nötig
Die IG BAU appelliert an die Ärzte im Emsland, Parkinson-Patienten gezielt zu prüfen, ob eine Berufskrankheit vorliegt. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft, dass gesetzliche Krankenversicherungen proaktiv Kontakt zu betroffenen Patienten aufnehmen, um diese über ihre Rechte und Möglichkeiten zu informieren. „Die Chance auf intensive Betreuung und medizinische Versorgung ist für Patienten entscheidend“, so Hilberink.
Ein besonderes Augenmerk gilt auch denjenigen, die nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln arbeiten, aber dennoch in Kontakt kommen, beispielsweise im Sanitärbereich mit anti-schimmelmittelnhaltigen Baustoffen. Arbeitnehmer in risikobehafteten Berufen sollten sich bei Fragen an ihre jeweilige Berufsgenossenschaft wenden. Für die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) steht eine spezielle „Parkinson-Hotline“ zur Verfügung: 0561 / 785 – 10350.
