Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland steigert sich 2025 auf 3,14 Milliarden Euro und verzeichnet ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei diesem Erfolg spielen die wachsenden Marktanteile von bestimmten Produkten wie Bananen und Kakao eine entscheidende Rolle.
Wachstum bei Fairtrade-Produkten
Mit einem Rekordumsatz von 3,14 Milliarden Euro für 2025 zeigt sich der Anstieg im Fairtrade-Markt als ein positives Signal, besonders in Zeiten von höheren Preisen und Konsumunsicherheiten. Laut Benjamin Drösel, Vorstand für Marketing bei Fairtrade Deutschland, spiegeln diese Zahlen die wachsende Bereitschaft der Verbraucher wider, fair gehandelte Produkte zu wählen.
Der Absatz von Fairtrade-Bananen steigt um 7 Prozent auf 130.550 Tonnen, was einem Marktanteil von etwa 17 Prozent entspricht. Besonders bemerkenswert ist der Anteil der Fairtrade-Bio-Bananen, der bei erstaunlichen 80 Prozent liegt. Auch der Verkauf von Fairtrade-Kakaobohnen zeigt eine positive Entwicklung, mit 92.100 Tonnen und einem Marktanteil von 21 Prozent. Im Gegensatz dazu erlebte der Absatz von Fairtrade-Kaffee, trotz eines Umsatzes von 1,04 Milliarden Euro, einen leichten Rückgang auf 24.000 Tonnen.
Wirkung der Prämiengelder
Produzenten erhielten zusätzlich zu den Verkaufszahlen rund 42 Millionen Euro Prämiengelder durch die Verkäufe auf dem deutschen Markt. Dieses Geld ist entscheidend für notwendige Investitionen, um den Standards und Herausforderungen in der Produktion gerecht zu werden. Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland, betont, dass steigende Kosten aufgrund neuer Gesetzgebungen und globaler Krisen entlang der gesamten Lieferkette fair verteilt werden müssen. Um die langfristige Stabilität der Lieferketten zu sichern, werden auch die Verbraucher mit Kostensteigerungen rechnen müssen.
Verbrauchersicherheit durch neue Richtlinien
Mit dem Inkrafttreten der Empowering Consumers Directive (EmpCo) am 27. September wird der Einsatz von Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegeln strenger reguliert. Verbraucher können nun mehr Transparenz erwarten, da Unternehmen nur noch nachweisen dürfen, dass sie „fair“, „nachhaltig“ oder „klimaneutral“ sind. Dr. Friederike Elsner von der Verbraucherzentrale NRW informiert, dass dies seriösen Siegeln, einschließlich des Fairtrade-Siegels, zu mehr Relevanz verhelfen wird.
Die Fairtrade-Bewegung erfährt zudem zunehmenden Rückhalt aus der Zivilgesellschaft. Aktuell gibt es 933 ausgezeichnete Fairtrade-Towns, 1.026 Fairtrade-Schools und 51 Fairtrade-Universities. Mit dem Saarland wurde 2025 das erste Fairtrade-Bundesland ausgezeichnet – ein Vorbild für andere Bundesländer.

