DGB warnt: Dramatische Entwicklung in der Ausbildung

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Der aktuelle Berufsbildungsbericht offenbart ein besorgniserregendes Bild der dualen Ausbildung in Deutschland. Trotz eines angeblichen Fachkräftemangels nehmen die Ausbildungsplätze weiter ab und viele Jugendliche bleiben unversorgt.

Alarmierende Zahlen aus dem Berufsbildungsbericht

Der am Mittwoch vom Bundeskabinett vorgestellte Berufsbildungsbericht für das vergangene Ausbildungsjahr verdeutlicht die dramatische Situation in der dualen Ausbildung. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack, äußert in Berlin starke Bedenken: „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz für junge Menschen haben sich weiter verschlechtert.“ Der Bericht belegt, dass trotz der anhaltenden Klagen über einen vermeintlichen Fachkräftemangel immer weniger Arbeitgeber Ausbildungsplätze anbieten.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist erneut gesunken, und beinahe 40.000 Jugendliche blieben ohne Ausbildungsplatz – ein Höchststand, der zuletzt 2009 verzeichnet wurde. Hannack warnt: „Die Versäumnisse sind unübersehbar und gefährden die wirtschaftliche Entwicklung sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Sinkende Ausbildungsquote und fehlende Perspektiven

Aktuell bilden nur noch 18,7 Prozent der Betriebe junge Menschen aus. Kleinere Unternehmen ziehen sich oftmals komplett aus der Ausbildung zurück, während größere Firmen Ausbildungsplätze aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage streichen. Dieses Rückschritt reicht nicht aus, um den vorhandenen Fachkräftemangel zu bekämpfen und um junge Menschen in den Beruf zu führen. Besorgniserregend bleibt, dass derzeit 2,7 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss besitzen. Der minimalen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr gibt keinen Anlass zur Entwarnung, sondern verdeutlicht die gravierenden Probleme im Ausbildungssystem.

Forderungen für ein effektives Ausbildungsprogramm

Um aktiv gegen die Ausbildungsmisere anzugehen, fordert der DGB ein umfassendes Aktionsprogramm zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze. Hierzu gehört auch die Ausweitung der Ausbildungsgarantie und die Einführung einer Umlage, wie sie bereits in den Bundesländern Berlin und Bremen existiert. Laut Hannack muss das Recht auf eine Ausbildung daher bundesweit gelten, nicht nur in bestimmten unterversorgten Regionen.

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt bleibt für viele Jugendliche frustrierend und unzureichend unterstützt. Angebote der Jugendberufsagenturen müssen qualitativ verbessert werden. Der DGB erwartet von Bund, Ländern und Kommunen eine Qualitätsoffensive für diese Agenturen sowie eine Verstärkung von Programmen wie der assistierten Ausbildung.

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