In der SWR-Dokumentation „Inside AfD – Der Umgang mit Kritikern“ äußern vier ehemalige Mitgliedern der AfD schwere Vorwürfe gegen die Parteiführung. Sie berichten von Drohungen und einer autoritären Kultur innerhalb der Partei.
Öffentliche Vorwürfe und Drohungen
In der kommenden SWR-Dokumentation „Inside AfD – Der Umgang mit Kritikern“, die am 7. Mai 2026 ausgestrahlt wird, erheben vier ehemalige Funktionär:innen der AfD gravierende Vorwürfe gegen die Parteiführung. Dirk Spaniel, ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter, beschreibt die fehlende offene Kultur in der Partei und berichtet von Drohungen, die er aufgrund seiner Kritik erhielt. „Die Handhabung parteischädigender Kritik erfolgt zunächst durch Drohungen, gefolgt von Abmahnungen und möglicherweise einem Parteiausschlussverfahren“, so Spaniel.
Einblicke in eine autoritäre Struktur
Karin Pütz, eine ehemalige Schatzmeisterin der AfD, unterstützt diese Aussagen und schildert: „Nach außen gibt man sich demokratisch, doch innerparteilich wird ein autoritärer Kurs gefahren. Kritik wird nicht toleriert; ich fühlte mich, als würde ich in einer Sekte leben.“ Ihre Erfahrungen verdeutlichen die innerparteilichen Spannungen und den Druck, unter dem Mitglieder stehen. Auch Günther Schöttle, ein ehemaliger Kreis-Parteichef, spricht von einem Klima der Angst und macht deutlich, dass selbst die Zugehörigkeit zu uneinheitlichen Gruppen als gefährlich empfunden wird.
Brandbrief und Reaktionen der AfD
Die Diskussion über Machtstrukturen in der Partei wird durch einen Brandbrief aus der AfD Baden-Württemberg verstärkt. In diesem Schreiben, das am 2. März 2026 verfasst wurde, kritisieren mehrere Mitglieder die Entwicklung der Partei zur „autokratischen Funktionärspartei“. Auf SWR-Anfrage reagierte die Bundes-AfD nicht auf die Vorwürfe, während der Landesverband die Behauptungen als unbegründet zurückwies. Emil Sänze, der Landesvorsitzende, betonte, dass alle Mitglieder über Rechte und Pflichten informiert worden seien und dass die Partei rechtskonform operiere.
Die SWR-Dokumentation wird nicht nur die Stimmen der ehemaligen Mitglieder bündeln, sondern auch verschiedene Perspektiven zur aktuellen Situation der AfD darstellen. Sie ist am selben Tag bereits in der ARD Mediathek abrufbar.

