Ärztetag 2023: Sparmaßnahmen gefährden die Medizin

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Digitale Realität

Der Deutsche Ärztetag 2023 in Hannover wird von hitzigen Diskussionen zum Thema Gesundheits-Spargesetze geprägt sein. Der Vorsitzende der Freien Ärzteschaft e.V., Wieland Dietrich, warnt vor den negativen Folgen der aktuellen Reformen für die ambulante Medizin.

Gesundheits-Spargesetze im Fokus

Der diesjährige Deutsche Ärztetag, der am 12. Mai in Hannover beginnt, wird stark von den laufenden Gesundheits-Spargesetzen beeinflusst. Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft e.V., erklärt, dass die aktuellen Sparmaßnahmen insbesondere die ambulante Versorgung durch Haus- und Fachärzte belasten. Er kritisiert, dass die bereits erhöhten Arbeitszeiten für Ärzte nun nicht durch entsprechende Vergütungen anerkannt werden, während notwendige Reformmaßnahmen zurückgefahren werden.

Rationierung der medizinischen Leistungen

Ein zentrales Thema auf dem Ärztetag wird die Rationierung von medizinischen Leistungen sein, die von den Krankenkassen künftig nur unzureichend finanziert werden. Dies könnte dazu führen, dass Ärzte gezwungen sind, bestimmte Behandlungen privat abzurechnen, um ihre Kosten zu decken. Dietrich weist darauf hin, dass dies für Ärzte untragbar sei und den Patienten schadet, vor allem denjenigen, die dringend medizinische Hilfe benötigen.

Digitalisierung als zweischneidiges Schwert

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Referentenentwurf für das „Gesetz für Digitalisierung und Innovation im Gesundheitswesen“ (GeDIG). Dietrich kritisiert, dass Patienten künftig verpflichtet werden sollen, vor einem Arztbesuch digitale Selbstbewertungen durchzuführen. Diese vermeintliche Effizienzsteigerung könnte sich negativ auf die Gesundheitsversorgung auswirken, insbesondere für ältere Menschen oder Menschen ohne Zugang zu moderner Technologie. Während die Digitalisierung das Potenzial hat, den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern, darf sie nicht auf Kosten der persönlichen ärztlichen Betreuung gehen. Die Freie Ärzteschaft fordert eine klare Positionierung gegen diese Entwicklungen und eine Stärkung der ambulanten Versorgung, um die menschliche Komponente in der Medizin zu bewahren.

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