Auf dem DGBT Congress 2026 in Berlin blickte die Deutsche Gesellschaft für ästhetische Botulinum- und Fillertherapie (DGBT) auf zwei Jahrzehnte Entwicklungen in der ästhetischen Medizin zurück. In einem Markt, der von Innovation und steigender Nachfrage geprägt ist, betont die Fachgesellschaft die Bedeutung von Qualität und Patientensicherheit.
Fillerangst und die Rolle der sozialen Medien
Die Verwendung von Hyaluronsäurefillern hat sich über die letzten zwei Jahrzehnte als Standard in der ästhetischen Medizin etabliert. Gleichzeitig sorgt die verzerrte Wahrnehmung der Realität in sozialen Medien für wachende Verunsicherung bei Patienten. ‚Wir beobachten eher ein Wahrnehmungsproblem als ein medizinisches. Individuelle Extremfälle werden hervorgehoben, während die breite klinische Realität oft im Hintergrund bleibt‘, erklärt Dr. Said Hilton, Präsident der DGBT.
Sicherheit durch ärztliche Verantwortung
Die Diskussionen rund um Behandlungsprobleme zeigen, dass es nicht an den Produkten selbst liegt, sondern häufig an der Anwendungsweise. ‚Überkorrekturen sind kein Designfehler der Produkte, sondern oft das Resultat einer mangelhaften Behandlung. Entscheidend ist die ärztliche Expertise und Verantwortung‘, so Dr. Hilton weiter. Die EU-weite Medical Device Regulation (MDR) hat zudem die Standards für ästhetische Produkte deutlich erhöht und sorgt für mehr Sicherheit bei der Anwendung.
Neue Trends in der ästhetischen Behandlung
Mit den neusten Entwicklungen in der ästhetischen Medizin verschieben sich die Behandlungsschwerpunkte hin zu individuelleren Ansätzen. ‚Der Trend geht heutzutage weg von rein volumetrischen Behandlungen hin zu einer qualitativen Verbesserung und Erhaltung der Haut‘, berichtet Dr. Juliane Bodo, Vizepräsidentin der DGBT. Techniken, die regenerative Prozesse anregen, wie Biostimulatoren und PRP-Eigenbluttherapien, stehen zunehmend im Mittelpunkt.
Komplikationsmanagement in Zeiten der Hylase-Situation
Die jüngsten Herausforderungen rund um die Verfügbarkeit von Hylase® Dessau haben die Notwendigkeit eines strukturierten Komplikationsmanagements erneut verstärkt. ‚Ein effektives Management beginnt bereits vor möglichen Zwischenfällen und basiert auf klaren Protokollen und der jeweiligen Fachkompetenz‘, hebt Dr. Klaus Hoffmann vom DGBT-Komitee ‚Patientensicherheit‘ hervor. Die DGBT fördert daher kontinuierliche Fortbildungsangebote für ihre Mitglieder.
Auszeichnungen für innovative Ansätze
Im Rahmen des DGBT Congress 2026 wurden zudem herausragende wissenschaftliche Arbeiten gewürdigt. Den Wissenschaftspreis erhielten Sebastian Cotofana, Konstantin Frank und Philippe Snozzi. Der Preis soll zur fachlichen Weiterentwicklung in der ästhetischen Medizin beitragen.
20 Jahre DGBT: Ein Ausblick
Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat sich die DGBT unermüdlich für einen hohen Standard in der ästhetischen Medizin eingesetzt. Mit über 2.300 Mitgliedern und 40 zertifizierten Fortbildungsangeboten jährlich setzt die Fachgesellschaft Maßstäbe in der Patientensicherheit und Qualitätssicherung.

