In Niedersachsen und Bremen steigt die Zahl der Pflegebedürftigen rasant. Der Sozialverband VdK fordert zum Tag der Pflegenden mehr Unterstützung für Angehörige und Fachkräfte.
Rasanter Anstieg der Pflegebedürftigen
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Niedersachsen und Bremen hat die Marke von 670.000 überschritten, was einem Anstieg von über 14 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren entspricht. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, wer in Zukunft die Pflege dieser Menschen sicherstellt. Der Großteil wird zu Hause von Angehörigen betreut, oft unterstützt durch ambulante Pflegedienste. Angesichts dieser Situation fordert der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen, dass der Unterstützungsbedarf der pflegenden Angehörigen ernst genommen wird.
Notwendigkeit von Entlastungsangeboten
„Tausende pflegende Angehörige sind am Limit“, erklärt VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe. Viele von ihnen haben ihre Erwerbsarbeit reduziert oder aufgegeben, um die Pflege ihrer Familienmitglieder sicherzustellen. „Wir brauchen gezielte Entlastungsangebote, wie einen Rechtsanspruch auf einen Tagespflegeplatz“, fordert Stubbe. Zudem sei eine engere Verzahnung zwischen professioneller Pflege und Angehörigenpflege essenziell. Es sei wichtig, die Kompetenzen der Angehörigen zu stärken, damit sie wissen, welche Aufgaben sie alleine bewältigen können und wann professionelle Unterstützung notwendig ist.
Belastungen der beruflich Pflegenden erkennen
Auch die Beschäftigten in der professionellen Pflege haben erhebliche Herausforderungen zu bewältigen. Der VdK mahnt an, dass Pflegeleitungen die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter besser im Blick behalten müssen. Oft werden Aufgaben übernommen, die über die fachlichen Kompetenzen oder körperlichen Grenzen hinausgehen. Dies führt nicht nur zu Frustration, sondern kann auch fatale Auswirkungen auf die Patienten haben. Ein weiteres Anliegen ist die Entlastung von überbordender Bürokratie, die den Pflegeberuf zusätzlich belastet. Der VdK fordert zudem einheitliche Tarifstrukturen, um die Abwanderung von Fachkräften in andere Branchen zu verhindern.
„Die Herausforderungen im Pflegebereich sind enorm und erfordern zeitnahe Lösungen“, schließt Stubbe. „Wenn wir den Unterstützungsbedarf in der häuslichen und ambulanten Pflege weiterhin ignorieren, stehen wir vor einem grundlegenden Problem, das nicht ignoriert werden darf.“

