Klimawandel fördert Legionellen in Haushalten

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Die Sanquell GmbH veröffentlicht alarmierende Ergebnisse zu Legionellen in Haushalten. Steigende Temperaturen durch den Klimawandel schaffen ideale Bedingungen für die Bakterien. Kaltwassertemperaturen über 25 Grad Celsius sind besonders gefährlich.

Legionellen und steigende Temperaturen

Mit dem Klimawandel steigt die Temperatur in Grundwasser und Rohrleitungen, was potenziell gefährliche hygienische Risiken birgt. Eine aktuelle Studie der Sanquell GmbH, die über 30.000 Kundendaten und mikrobiologische Tests analysierte, zeigt, dass nicht nur Großanlagen, sondern zunehmend auch private Haushalte betroffen sind. Im Jahr 2023 gab es über 2.100 gemeldete Fälle der Legionärskrankheit in Deutschland, und Experten vermuten, dass die tatsächliche Zahl noch höher ist.

Kritische Temperaturzonen im Trinkwassersystem

Legionellen gedeihen besonders bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Durch die wärmer werdenden Außentemperaturen und sinkende Warmwassertemperaturen aufgrund von Energiesparmaßnahmen erreichen viele Kaltwasserleitungen mittlerweile kritische Temperaturen. „Wir beobachten, dass sich die klimatischen Veränderungen direkt auf die Trinkwasserhygiene auswirken“, erklärt Arno Bublitz, Geschäftsführer der Sanquell GmbH. Diese Entwicklung von einem früheren Ausnahmezustand zu einer neuen Normalität erfordert ein Umdenken in der Verbraucherbewusstsein.

Anpassung von Hygienestrategien

Die Studie hebt den sogenannten Klima-Faktor hervor, der beschreibt, wie steigende Temperaturen die thermische Barriere im Trinkwassernetz schwächen. Gerade in den ersten warmen Wochen des Jahres, wenn Wasser häufig in Leitungen verweilt, können sich Bakterien ansammeln. Dies geschieht oft, wenn Menschen nach einer Abwesenheit das Wasser nutzen – etwa beim Duschen. Die Gefahr: eingeatmete Bakterien können gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Um dieser Gefahr zu begegnen, untersucht die Studie auch technische Lösungen für die Trinkwasserhygiene. 0,2-Mikrometer-Hohlfasermembranen zeigen vielversprechende Ergebnisse, indem sie Bakterien zuverlässig filtern. Solche Systeme könnten helfen, die Wasserqualität in Haushalten entscheidend zu verbessern und die Gesundheit der Nutzer zu schützen.

Abschließend betont Bublitz, dass die Trinkwasserhygiene künftig ein zentraler Teil der Anpassung an die Folgen des Klimawandels sein muss. „Wir müssen heute Maßnahmen ergreifen, damit steigende Temperaturen nicht zu steigenden Gesundheitsrisiken führen,“ sagt er. Mit entsprechenden Adaptationen in den Wohnungen lässt sich das Risiko effektiv minimieren und gleichzeitig die Wasserqualität sichern.

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