Die iranische Gemeinschaft in Deutschland mobilisiert für eine der größten Protestkundgebungen in Europa. Am 20. Juni werden in Paris über 100.000 Menschen erwartet, um gegen die wachsende Zahl politischer Hinrichtungen im Iran zu demonstrieren und für die Errichtung einer demokratischen Republik einzutreten.
Protestkundgebung in Paris: Ein breiter Aufruf zur Solidarität
Am 20. Juni 2023 findet in Paris eine Protestkundgebung statt, die als eine der größten ihrer Art in Europa gilt. Organisiert von den Unterstützern des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI), werden mehr als 100.000 Teilnehmer erwartet, um die andauernden politischen Hinrichtungen im Iran zu verurteilen. Zahlreiche iranische Gemeinden aus unterschiedlichen Städten Deutschlands, darunter Berlin, Hamburg und München, bereiten sich auf diesen bedeutenden Tag vor.
Wachsende Unruhen und internationale Solidarität
Die Protestierenden kommen zusammen, um auf die alarmierende Zunahme politischer Hinrichtungen aufmerksam zu machen. In den letzten zwei Monaten wurden mindestens 25 Dissidenten hingerichtet, oft nach Prozessen, die Menschenrechtsorganisationen als ungerecht erachten. Hanif Mahoutchiyan, ein Experte für Iran und Islamismus, betont: „Wir wollen, dass die Welt versteht, dass das iranische Volk sowohl die Diktatur des Schahs als auch die religiöse Tyrannei ablehnt und nach Freiheit ruft.“ Diese Kundgebung könnte als Wendepunkt in der internationalen Haltung gegenüber dem Iran angesehen werden.
Aktivismus und das Streben nach Veränderungen
Die Mobilisierung für den Protest geht über die traditionellen politischen Strukturen hinaus. Freiwillige engagieren sich aktiv, verteilen Flugblätter und nutzen soziale Medien, um jüngere Generationen zu erreichen. Nina Passian, Soziologin und Frauenrechtlerin, beschreibt die derzeitige Stimmung als von Schmerz, Wut und zugleich echter Hoffnung geprägt. Während sich viele der Demonstranten auf den Weg nach Paris machen, ist die Kundgebung für sie nicht nur ein Protest – es ist ein historischer Moment der Möglichkeit.
Die Aktivisten fordern von den westlichen Regierungen, insbesondere Deutschland, eine klare Positionierung gegen die Hinrichtungen im Iran. Ihr Schweigen betrachten sie als unhaltbar und appellieren an die Anerkennung des organisierten Widerstands im Iran. Sie bekräftigen die Ansicht, dass eine ausländische Militärintervention keine Lösung darstellt; vielmehr betonen sie die Notwendigkeit politischer und moralischer Unterstützung für das Streben des iranischen Volkes nach Demokratie. Die Massenkundgebung in Paris zielt darauf ab, nicht nur das Schweigen zu brechen, sondern auch das internationale Denken über Iran grundlegend zu verändern.

