Herber Rückschlag auf dem Eis: Deutschland unterliegt der Schweiz deutlich

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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Männer musste bei der Weltmeisterschaft einen herben Rückschlag hinnehmen. Im dritten Turnierspiel traf das Team auf den aktuellen Vizeweltmeister und Gastgeber, die Schweiz. Am Ende stand eine deutliche 1:6-Niederlage auf der Anzeigetafel. Dabei spiegelte das Endergebnis von 0:0, 0:5 und 1:1 vor allem ein völlig misslungenes zweites Drittel wider, in dem die deutsche Mannschaft das Spiel aus der Hand gab. Trotz einer kämpferischen Leistung im letzten Abschnitt reichte es am Ende nur für den Ehrentreffer durch Frederik Tiffels. Vor rund 10.000 Zuschauern in der Halle wurden die Schwächen im deutschen Spiel eiskalt aufgedeckt. Nun gilt es, die Fehler schnell zu analysieren, denn die nächste schwere Aufgabe wartet bereits.

Ein Drittel auf Augenhöhe und der plötzliche Einbruch
Das Spiel begann für die deutsche Mannschaft eigentlich vielversprechend. Im ersten Drittel zeigte die DEB-Auswahl eine konzentrierte und körperlich präsente Leistung. Die Räume wurden eng gemacht, und das Team von Bundestrainer Harold Kreis hielt gut gegen die spielstarken Schweizer mit. Die Abwehr stand stabil, und so ging es mit einem leistungsgerechten 0:0-Unentschieden in die erste Pause. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig auf das spätere Debakel hin. Deutschland war gut in den Zweikämpfen und erarbeitete sich eigene Gelegenheiten, darunter einen gefährlichen Pfostenschuss, der mit etwas mehr Glück die Führung hätte sein können.
Doch das zweite Drittel entwickelte sich zu einem regelrechten Albtraum für das deutsche Team. Statt mit Schwung aus der Kabine zu kommen, passierte das Gegenteil. In einer eigenen Überzahlsituation, in der man eigentlich Druck auf das Schweizer Tor ausüben wollte, fing sich die Mannschaft den ersten Gegentreffer. Dieser Moment wirkte wie ein Schock. Die Zuversicht war plötzlich verflogen, und die Schweiz nutzte die Verunsicherung eiskalt aus. Innerhalb kürzester Zeit folgten weitere Gegentore. Die deutsche Verteidigung verlor völlig die Ordnung, und das berüchtigte „Kopfkino“, von dem die Spieler nach dem Spiel sprachen, setzte ein. Zwei extrem schnelle Tore hintereinander brachen den Rhythmus der Mannschaft komplett. Am Ende dieses Drittels stand es 0:5, und das Spiel war vorzeitig entschieden. Die Schweizer zeigten sich in dieser Phase extrem effizient und nutzten jeden Fehler im deutschen Aufbau gnadenlos.

Besondere Momente und die Reaktion im Schlussabschnitt
Trotz des uneinholbaren Rückstands zeigte die deutsche Mannschaft im letzten Drittel Charakter. In der zweiten Pause schaffte es der Trainerstab, das Team wieder aufzurichten und neu einzustellen. Ziel war es, den Schlussabschnitt anständig zu gestalten und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zu sammeln. Das gelang der Mannschaft: Das letzte Drittel endete 1:1-Unentschieden. Den einzigen deutschen Treffer des Abends erzielte Frederik Tiffels in der 56. Spielminute. Für Tiffels war es ein ganz besonderer Tag, denn er bestritt an diesem Abend sein 100. Länderspiel für Deutschland – ein Jubiläum, das er sich sicherlich mit einem anderen Gesamtergebnis gewünscht hätte.
Ein weiteres wichtiges Ereignis war das WM-Debüt von Torhüter Jonas Stettmer. Er stand als Starting Goalie von Beginn an auf dem Eis. Obwohl er sechs Mal hinter sich greifen musste, war er bei den meisten Gegentoren von seiner Abwehr im Stich gelassen worden. Das Spiel war für den jungen Schlussmann eine harte Bewährungsprobe, aber auch eine wertvolle Erfahrung für seine weitere Karriere. Als bester deutscher Spieler der Partie wurde am Ende Kapitän und Top-Verteidiger Moritz Seider ausgezeichnet, der trotz der Niederlage unermüdlich voranging und versuchte, der Mannschaft Halt zu geben. Die Statistik des Spiels verdeutlichte letztlich die Überlegenheit der Schweizer: Während die Schweiz 30 Mal auf das deutsche Tor schoss, kam Deutschland nur auf 17 Torschüsse. Die Strafminuten waren mit jeweils 12 Minuten auf beiden Seiten ausgeglichen.

Blick nach vorn: Das schwere Spiel gegen die USA
Nach dieser herben Enttäuschung bleibt der deutschen Mannschaft kaum Zeit zum Nachdenken. Die Weltmeisterschaft ist ein langes und intensives Turnier, bei dem die Spiele in kurzer Abfolge stattfinden. Die Spieler und Trainer betonten nach der Schlusssirene einhellig, dass man diese Niederlage nun schnell abhaken müsse. Wichtig ist es, die positiven Ansätze aus dem ersten und dem dritten Drittel mitzunehmen und die Fehler aus dem zweiten Drittel konsequent abzustellen. Die Professionalität der Spieler ist jetzt gefragt, um den Fokus sofort wieder nach vorne zu richten.
Die nächste Aufgabe wird keineswegs leichter. Am kommenden Mittwoch steht das vierte Gruppenspiel der Gruppe A an. Der Gegner ist kein Geringerer als die Auswahl der USA. Spielbeginn ist um 20:20 Uhr. Gegen die laufstarken und technisch versierten Amerikaner muss die deutsche Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute eine konstante Leistung abrufen. Die USA gehören traditionell zu den Favoriten auf die Medaillenplätze und werden der DEB-Auswahl alles abverlangen. Für Deutschland geht es in diesem Spiel vor allem darum, die ersten wichtigen Punkte einzufahren, um im Rennen um die Viertelfinalplätze nicht vorzeitig den Anschluss zu verlieren. Die Reaktion im letzten Drittel gegen die Schweiz hat gezeigt, dass das Team intakt ist – nun muss diese Leistung über die volle Spielzeit von 60 Minuten aufs Eis gebracht werden.

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