Der Schwarzmarkt für Einweg-E-Zigaretten boomt in Deutschland. Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai kündigt der BVTE an, sein Meldeportal zur Bekämpfung illegaler Vapes auszubauen.
Schwarzmarkt für Vapes gefährdet Verbraucher
Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IIS macht deutlich, dass fast jede zweite verkaufte Einweg-E-Zigarette in Deutschland vom Schwarzmarkt stammt. Diese Produkte entsprechen oft nicht den gesetzlichen Vorgaben und sind ein erhebliches Risiko für die Verbraucher. Trotz bestehender Verbote werden illegale Vapes nach wie vor in zahlreichen Geschäften angeboten und oft sogar ohne Alterskontrolle an Minderjährige verkauft.
Erweiterung des Meldeportals für mehr Kontrolle
Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai hat der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) ein erweitertes Meldeportal ins Leben gerufen. Nach einer ersten Implementierung in Hamburg und Berlin können nun auch Bürger in Bremen Verstöße gegen den Jugendschutz und den Handel mit illegalen Einweg-E-Zigaretten melden. Die Beschwerden werden direkt an die zuständigen Behörden weitergeleitet, um eine rasche Reaktion zu gewährleisten.
Das Portal informiert darüber hinaus über häufige Merkmale illegaler Vapes, dazu gehören unter anderem unzulässige Tankgrößen oder überhöhte Nikotingehalte. Zukünftig sollen auch weitere Bundesländer, beginnend mit dem Saarland, in das Meldeportal integriert werden. Ziel ist es, die Behörden bei der effektiven Durchsetzung der Vorschriften zu unterstützen und den Verkauf von Tabak- und Nikotinprodukten an Minderjährige zu unterbinden.
Kontrollverlust und Steuereinnahmen
Die unzureichende Durchsetzung der bestehenden Gesetze wird als ein wesentlicher Grund für den florierenden Schwarzmarkt angesehen. Die Marktüberwachung ist auf sehr viele Behörden verteilt, was eine konsequente Verfolgung von Verstößen erheblich erschwert. Dies führt in der Folge zu enormen Steuerausfällen. Allein im Jahr 2025 summierte sich der Steuerschaden auf mehr als 26 Millionen Euro.
Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE, weist auf die Notwendigkeit hin, gegen Rechtsverstöße entschlossen vorzugehen. „Wir brauchen zielgerichtete Kontrollen und regelmäßige Testkäufe. Bußgelder sollten nicht als kalkulierbare Kostenfaktoren angesehen werden, sondern müssen die Verreibung unattraktiv machen“, so Mücke.
Ein weiteres Problem stellt der illegale Handel mit tabakfreien Nikotinbeuteln dar, die in Deutschland de facto verboten sind, jedoch von über 1,4 Millionen Erwachsenen trotz fehlender Kontrollen konsumiert werden.
Der BVTE fordert deshalb klare regulatorische Maßnahmen, um den Schwarzmarkt einzudämmen und gleichzeitig den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Die Organisation setzt sich seit Jahren aktiv für den Kinder- und Jugendschutz ein und bietet unter anderem Schulungsprogramme für den Handel an.
Aktive Mitgestaltung in der Regulierung
Im Rahmen der aktuellen Konsultation der Europäischen Kommission zur zukünftigen Regulierung von Tabak- und Nikotinprodukten wird der BVTE weiterhin seine Stimme in die öffentliche Debatte einbringen. Die Konsultation läuft bis zum 15. Juni 2026 und soll auf die Bedürfnisse des Verbraucherschutzes eingehen, ohne den illegalen Markt zu fördern.

