Krise trifft Dienstleister: Jedes zweite Kleinunternehmen betroffen

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Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast die Hälfte der Dienstleistungsunternehmen in Deutschland finanzielle Probleme hat. Die ständige Belastung durch hohe Energiekosten und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen trifft besonders kleine Betriebe.

Schwierige Lage für Dienstleistungsunternehmen

Die Dienstleistungsbranche leidet zunehmend unter der aktuellen Wirtschaftskrise. Eine Sonderauswertung der DIHK-Konjunkturumfrage für den Frühsommer 2026, an der über 11.000 Dienstleistungsunternehmen teilnahmen, zeigt, dass fast jedes zweite Kleinunternehmen in einer problematischen Finanzlage ist. Viele als stabil geltende Dienstleister sehen sich nun mit strukturellen Problemen konfrontiert, die durch hohe Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten noch verstärkt werden.

„Die Probleme der großen Industrie- und Gewerbekunden schlagen verzögert in der Dienstleistungsbranche durch”, erklärt Dirk Binding, Bereichsleiter Digitale Wirtschaft, Infrastruktur und Regionalpolitik bei der DIHK. Inzwischen bewerten nur noch 27 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lage als gut, während 23 Prozent sie als schlecht einschätzen. Die Zukunftserwartungen sind sogar noch skeptischer: Während 31 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen, sehen sich nur 13 Prozent optimistisch auf eine Verbesserung.

Kleine Unternehmen besonders betroffen

Die Situation ist besonders alarmierend für kleinere Dienstleistungsunternehmen. Fast die Hälfte der Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern berichtet von Liquiditätsengpässen. Besonders stark betroffen ist das Gastgewerbe, wo fast zwei Drittel der Betriebe ihre finanzielle Situation als problematisch einschätzen. Trotz der bevorstehenden Sommersaison sind die Beschäftigungsabsichten im Gastgewerbe niedriger als zu Jahresbeginn, was die besorgniserregende Lage noch verschärft.

Im Verkehrssektor sind die hohen Energiekosten eine zusätzliche Belastung, die bestehende Probleme wie marode Infrastruktur und Fachkräftemangel nicht nur verschärfen, sondern auch neue Herausforderungen schaffen. Reisevermittler haben infolge internationaler Konflikte und der daraus resultierenden Destabilisierung des Tourismus den stärksten Rückgang zu verzeichnen.

Forderungen nach Entlastung

Die DIHK fordert umgehende Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen: „Hohe bürokratische Auflagen, immense Dokumentationspflichten und steigende Arbeitskosten setzen die Dienstleister massiv unter Druck”, so Binding. Besonders für das Gastgewerbe wäre eine generelle Flexibilität bei der Höchstarbeitszeit von großer Bedeutung. Die Schaffung von weniger bürokratischen Hürden und eine Anpassung der Arbeitsgesetzgebung könnten eine entscheidende Rolle für die Stabilität dieser kriselnden Branche spielen.

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