Die Urlaubsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim verzeichnete 2025 über 5,7 Millionen Übernachtungen. Doch die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Betriebe mit Umsatzrückgängen und Kostensteigerungen kämpfen.
Positive Entwicklung trotz wirtschaftlicher Herausforderungen
Die Tourismusregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim setzt ihren Wachstumskurs fort und hat im Jahr 2025 mehr als 5,7 Millionen Übernachtungen verzeichnet, was einem Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit liegt die Region über dem niedersächsischen Durchschnitt von 1,8 Prozent und hat das Übernachtungsniveau von 2019 um etwa neun Prozent übertroffen. Besonders vielversprechend war der Beginn des Jahres 2026, mit über 900.000 Übernachtungen im ersten Quartal, was einem Zuwachs von 1,5 Prozent entspricht.
Wirtschaftlicher Druck auf die Betriebe
Trotz dieser erfreulichen Zahlen sieht die wirtschaftliche Situation vieler Tourismusunternehmen in der Region jedoch angespannt aus. Eine Frühjahrsumfrage der IHK Niedersachsen zeigt, dass 61 Prozent der befragten Unternehmen von rückläufigen Umsätzen berichten, ein Anstieg um knapp zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. „Die Nachfrage ist stark, jedoch sind viele Betriebe wirtschaftlich unter Druck“, betont Wolfgang Hackmann, Vorsitzender des IHK-Fachausschusses Tourismus. Die Unternehmen spüren besonders die zunehmende Konsumzurückhaltung bei Urlaubsreisenden und heimischen Gästen.
Herausforderungen und Chancen durch KI
Unter den größten Risiken sehen 82 Prozent der Betriebe steigende Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise. Zudem empfinden 75 Prozent die Arbeitskosten als Belastung, während 57 Prozent den Fachkräftemangel als großes Problem wahrnehmen. Auch für die kommende Saison bleiben die Erwartungen verhalten: 52 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer negativen Entwicklung ihrer Geschäftslage.
Künstliche Intelligenz (KI) wird als möglicher Ansatz zur Bewältigung dieser Herausforderungen betrachtet. KI-Anwendungen können vor allem bei administrativen Aufgaben, Kundenservice, Marketing und Prozessoptimierung wertvolle Unterstützung bieten. Dennoch setzen 51 Prozent der Unternehmen bisher keine KI-Technologien ein, obwohl 30 Prozent planen, dies künftig zu ändern. Die Hauptziele sind die Entlastung der Mitarbeiter (53 Prozent) und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit (51 Prozent).
„Die stabile Entwicklung der Übernachtungszahlen zeigt, dass die Region als Reiseziel attraktiv ist. Um von diesem Wachstum zu profitieren, benötigen die Betriebe verlässliche Bedingungen sowie Unterstützung zur Kostensenkung“, so Hackmann. Er fordert einen technologieoffenen Rechtsrahmen, der die Einführung von KI nicht behindert, sondern fördert, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.

