Oliver Voet ist Vertriebsleiter der pro tec Gruppe in Nordhorn. Als Quereinsteiger wurde er innerhalb von elf Monaten Niederlassungsleiter und begleitet Unternehmen aus der Region heute dabei, offene Stellen über Social-Recruiting-Kampagnen erfolgreich zu besetzen. Im Interview spricht er über den Arbeitsmarkt im Wandel, die Grenzen klassischer Stellenanzeigen und die Frage, was Unternehmen sofort tun können, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden.
Quereinsteiger mit schneller Karriere
Herr Voet, Sie sind als Quereinsteiger in die Personaldienstleistung gewechselt und binnen elf Monaten Niederlassungsleiter geworden. Was hat Sie damals angetrieben?
Ich war auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung und habe in dieser Phase eine ehemalige Kollegin getroffen, die bereits bei pro tec tätig war. Durch ihre positiven Erfahrungen und die Gespräche über die Branche wurde mein Interesse schnell geweckt. Die Personaldienstleistung hat mich von Anfang an fasziniert, sodass mir die Entscheidung für den Wechsel leichtfiel. Dass mir bereits nach elf Monaten die Position des Niederlassungsleiters angeboten wurde, war für mich eine besondere Anerkennung. Es hat mir gezeigt, dass Engagement und die richtige Einstellung auch als Quereinsteiger schnelle Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen können.
Wie erleben Sie den Fachkräftemangel in der Region Nordhorn und Emsland im Alltag?
Er ist deutlich spürbar und begleitet uns täglich in der Zusammenarbeit mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen. Besonders im Handwerk und in technischen Berufen wird die Suche nach qualifiziertem Personal zunehmend schwieriger. Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Während früher Unternehmen aus einer Vielzahl von Bewerbungen auswählen konnten, haben heute viele Fachkräfte die Möglichkeit, zwischen mehreren attraktiven Angeboten zu wählen. Das erfordert moderne Recruiting-Strategien.
Arbeitgeber attraktiver machen heute
Was können Unternehmen aus der Region sofort tun, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden?
Zusatzleistungen wie Obstkörbe, E-Bike-Leasing oder Gesundheitsangebote gehören inzwischen bei vielen Arbeitgebern zum Standard und reichen allein häufig nicht mehr aus, um sich nachhaltig abzuheben. Entscheidend ist, potenzielle Bewerber authentisch für das Unternehmen und den Arbeitsalltag zu begeistern. Gerade junge Menschen möchten erleben, wie Unternehmenskultur tatsächlich gelebt wird. Dabei spielen soziale Medien wie Instagram, Facebook und insbesondere TikTok eine immer wichtigere Rolle. Unternehmen, die sich dort glaubwürdig und nahbar präsentieren, erhöhen ihre Chancen deutlich.
Social Recruiting über Meta-Kampagnen ist Ihr Ansatz. Was funktioniert dabei besser als klassische Stellenanzeigen?
Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass klassische Stellenanzeigen darauf angewiesen sind, aktiv von Jobsuchenden gefunden zu werden. Social-Recruiting-Kampagnen ermöglichen es hingegen, potenzielle Kandidaten direkt in ihrem täglichen digitalen Umfeld anzusprechen. Durch gezielte und wiederholte Ausspielung auf Facebook und Instagram erreichen wir genau die Menschen, die zur ausgeschriebenen Position passen könnten. Die Wahrscheinlichkeit, die richtigen Kandidaten zur richtigen Zeit zu erreichen, steigt dadurch erheblich.
pro tec direct im Vergleich
Was unterscheidet pro tec direct von klassischen Stellenbörsen oder Headhuntern?
Beim Headhunting werden Kandidaten aktiv und direkt beispielsweise über Xing oder LinkedIn angesprochen. Klassische Stellenbörsen basieren darauf, dass Bewerber eigenständig auf eine Anzeige aufmerksam werden. Unser Ansatz über Social-Recruiting-Kampagnen verbindet Reichweite, Sichtbarkeit und Zielgruppenansprache auf besonders effiziente Weise. Wir spielen Anzeigen präzise und wiederholt dort aus, wo sich potenzielle Kandidaten täglich aufhalten.
Was raten Sie einem Unternehmer, der seit Monaten eine Stelle nicht besetzen kann?
Zunächst würde ich empfehlen, das Thema nicht länger allein zu betrachten, sondern sich professionelle Unterstützung zu holen. Jede Vakanz und jedes Unternehmen haben individuelle Herausforderungen, weshalb pauschale Lösungen selten funktionieren. Entscheidend ist eine ehrliche Analyse: Welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen? Was hat funktioniert, was nicht? Gemeinsam identifizieren wir Optimierungspotenziale und entwickeln einen maßgeschneiderten Ansatz. Eine lange unbesetzte Stelle verursacht häufig deutlich höhere Kosten als eine zielgerichtete Recruiting-Maßnahme.
Recruiting im Wandel der Zeit
Wie hat sich die Recruiting-Landschaft in den letzten Jahren verändert, und was kommt als Nächstes?
Die Personalgewinnung ist deutlich anspruchsvoller geworden. Unternehmen müssen heute mehr Aufwand und mehr Ressourcen investieren, um qualifizierte Bewerber zu erreichen. Vor einigen Jahren konnten Stellen oft mit vergleichsweise geringem Aufwand besetzt werden. Heute ist ein professioneller, kontinuierlicher Recruiting-Prozess unerlässlich. Die Zukunft wird vor allem von datengetriebenem Recruiting, zielgerichteten Social-Media-Kampagnen und einer noch stärkeren Arbeitgebermarke geprägt sein.
Was macht einen richtig guten Vertriebsleiter im Personaldienstleistungsbereich aus?
Ein erfolgreicher Vertriebsleiter zeichnet sich durch Kommunikationsstärke, Authentizität und eine ausgeprägte Freude an der Arbeit mit Menschen aus. Gleichzeitig benötigt er ein gutes Gespür für Vertrieb, Kundenbedürfnisse und Marktentwicklungen. Darüber hinaus ist Teamfähigkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor. Nachhaltige Erfolge entstehen selten allein, sondern durch die Zusammenarbeit eines starken Teams. Die Fähigkeit, sowohl als Führungskraft Orientierung zu geben als auch selbst Teil des Teams zu sein, ist aus meiner Sicht der Schlüssel für langfristigen Erfolg im Vertrieb.

