Volksbank-Mitarbeiterin aus der Grafschaft Bentheim: „Gib mehr als du nimmst“

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Silvia Wolberink arbeitet bei der Volksbank Niedergrafschaft im Vertrieb und Service für die R+V Versicherung und ist in der Grafschaft Bentheim auch über ihren Job hinaus bekannt. Sie engagiert sich im Stadtrat ihrer Heimatstadt und bei der Initiative grafschaft-zeigt-gesicht.de gegen Ausgrenzung und Rassismus. Im Gespräch erzählt sie, woher ihr Lebensmotto stammt, was sie in der Coronazeit über sich selbst gelernt hat und warum sie es schätzt Teil eines Teams zu sein, dass mehr auf Vertrauen als auf Kontrolle setzt.

Ein Vortrag von Joey Kelly als Wendepunkt

„Gib mehr als du nimmst“ steht bei Silvia Wolberink im LinkedIn- und WhatsApp-Profil. Den Satz hat sie von Joey Kelly übernommen, der vor einigen Jahren einen Vortrag zum Thema Motivation gehalten hat. Der Gedanke, mehr zu geben als zu nehmen, hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. In ihrem Arbeitsalltag bei der Volksbank Niedergrafschaft heißt das für sie vor allem, Kundenbedürfnisse ernst zu nehmen, Fälle sauber zu klären, proaktiv zu helfen und dabei trotzdem professionell Grenzen zu setzen.

Masken nähen in der Coronazeit: „Ich kann etwas verändern“

Wie wichtig ihr Teamarbeit ist, wurde Wolberink besonders während der Coronapandemie bewusst. Gemeinsam mit einem Team von fast 100 Personen, die sich zum Teil gar nicht kannten, nähte sie damals Masken für Altenheime und Schulen in der Region, weil zu Beginn der Pandemie schlicht keine zu bekommen waren. Genau in dieser Zeit, in der viele Menschen zu Hause bleiben mussten, hat dieses Team, welches sich über WhatApp organisierte, gehandelt. Wolberink beschreibt diesen Moment als die Entdeckung ihrer eigenen Selbstwirksamkeit, also der Erfahrung, mit eigenem Handeln tatsächlich etwas zum Positiven verändern zu können.

Engagement gegen Rassismus in der Grafschaft

Ihre christliche Erziehung prägt bis heute, wie Wolberink zu gesellschaftlichen Themen Stellung bezieht. Bei der Initiative grafschaft-zeigt-gesicht.de und im Stadtrat ihrer Heimatstadt setzt sie sich für Demokratie und die Würde des Menschen ein und positioniert sich klar gegen Ausgrenzung und Rassismus. Diese Haltung zeigt sie auch öffentlich, etwa wenn sie entsprechende Beiträge auf LinkedIn teilt.

Kommunikation im Team: Zuhören statt Aneinander-vorbei-Reden

Für Wolberink beginnt gute Teamkommunikation damit, allen Stimmen und Meinungen Raum zu geben und bei Unklarheiten gezielt nachzufragen, um Missverständnisse von vornherein zu vermeiden. Ebenso wichtig ist aus ihrer Sicht, klare Absprachen darüber zu treffen, was bis wann erledigt sein soll, und am Ende eine Rückmeldung zu geben, ob es auch geklappt hat. Perfekt laufe es dadurch nie, aber spürbar besser.

Wenn Führungskräfte am eigenen Team vorbeikommunizieren

Einen häufigen Fehler sieht Wolberink darin, dass Führungskräfte Wissen voraussetzen, das ihre Mitarbeitenden gar nicht haben können. Hier helfe es enorm, das Warum hinter einer Entscheidung zu erklären. Wer nachvollziehen kann, weshalb etwas auf eine bestimmte Art und bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt werden soll, sträube sich seltener dagegen, selbst wenn die Aufgabe unangenehm ist, etwa wenn ein Schaden abgelehnt werden muss.

Vertrauen statt Kontrolle: Was mutige Führung ausmacht

Mutige Führung bedeutet für Wolberink in erster Linie, dass die Führungskraft den Mitarbeitenden vertraut und gelassen bleibt, anstatt ständig zu kontrollieren, wer gerade was macht. Das Ziel dürfe dabei aber nie aus dem Blick geraten, der Rahmen müsse stimmen. Wichtig sei zudem, Mitarbeitende auch bei schwierigen Entscheidungen einzubeziehen und ihnen Raum für Rückfragen zu geben.

Feedbackkultur als Schutz vor innerer Kündigung

Eine offene Feedbackkultur sorgt nach Wolberinks Erfahrung dafür, dass sich Mitarbeitende gesehen und wertgeschätzt fühlen. Wer merkt, dass die eigene Arbeit wahrgenommen wird, bringt sich automatisch stärker ein. Aus Fehlern lasse sich zudem nur lernen, wenn das Feedback konkret und zeitnah komme, ohne Angst davor könne man sogar daran wachsen. Wunderbar, wenn man dann eine Führungskraft hat, die einem Sicherheit und Rückendeckung gibt.

Ihr Rat an junge Führungskräfte aus der Region

Jungen Führungskräften, die gerade erst Verantwortung übernehmen, rät Wolberink, immer zuerst den Menschen zu sehen und empathisch zu bleiben. Mitarbeitende sollten sich über ihre Ziele und Rollen im Klaren sein, und ein Team funktioniere am besten, wenn sich die Mitglieder ergänzen statt zu konkurrieren. Konflikte gehören für sie offen angesprochen, und Rückendeckung von der Führungskraft sei unverzichtbar. In ihrem eigenen Team, erzählt Wolberink, sei sich niemand zu schade, für andere einzuspringen, das mache ihr die Arbeit jeden Tag aufs Neue leicht.

Silvia Wolberink lebt und arbeitet in der Grafschaft Bentheim und engagiert sich neben ihrer Tätigkeit bei der Volksbank Niedergrafschaft kommunalpolitisch sowie bei der Initiative grafschaft-zeigt-gesicht.de.

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