Nordhorn, Grafschaft Bentheim: Hier hat Alexander Brünink mit der Stoffe Brünink & Hemmers GmbH einen traditionsreichen Familienbetrieb konsequent in die digitale Zukunft geführt. Im Gespräch erzählt der Geschäftsführer, wie der Schritt in den E-Commerce gelang, welche Herausforderungen die vergangenen Jahre mit sich brachten und was er jungen Gründern aus der Region mit auf den Weg gibt.
Der Schritt in den E-Commerce
Was war der Moment, an dem Brünink gesagt hat, er gehe jetzt in den E-Commerce? Als er gesehen hat, wie stark sich das Kaufverhalten verändert. Immer mehr Kunden wollten bequem von zu Hause bestellen und hatten online eine deutlich größere Auswahl. Ihm war klar, dass sich das Unternehmen langfristig nur behaupten kann, wenn es dort ist, wo die Kunden sind.
Rückblickend war das eine der wichtigsten Entscheidungen für das Unternehmen.
Unternehmertum in digitalen Zeiten
Wie verändert sich aus Brüninks Sicht die Rolle eines Unternehmers in der heutigen digitalen Welt? Unternehmer müssen heute deutlich schneller Entscheidungen treffen als früher. Märkte verändern sich permanent, Technologien entwickeln sich rasant weiter und Kunden erwarten immer bessere Services.
Gleichzeitig sei es wichtiger denn je, ein gutes Team aufzubauen und Verantwortung abzugeben, denn niemand könne heute alle Themen allein beherrschen.
Tradition und Wandel vereinen
Wie hält Brünink bei der langen Geschichte im Handel die Balance zwischen Tradition und Wandel? Tradition bedeute für ihn nicht, alles so zu machen wie früher, sondern die Werte eines Familienunternehmens zu bewahren, Verlässlichkeit, Qualität und langfristiges Denken. Der Weg dorthin dürfe und müsse sich aber verändern.
Deshalb investiert das Unternehmen kontinuierlich in neue Technologien, ohne dabei die eigenen Wurzeln aus den Augen zu verlieren.
Herausforderungen der letzten Jahre
Welche Herausforderungen haben Brünink in den letzten Jahren besonders geprägt? Die vergangenen Jahre waren für den gesamten Einzelhandel sehr herausfordernd. Pandemie, Inflation, Kaufzurückhaltung und ein intensiver Wettbewerb haben viele Unternehmen unter Druck gesetzt.
Für ihn war wichtig, ruhig zu bleiben, Entscheidungen auf Basis von Zahlen zu treffen und gleichzeitig langfristig zu denken. Gerade in schwierigen Zeiten zeige sich, wie wichtig eine solide wirtschaftliche Basis und ein motiviertes Team sind.
Tipp für junge Gründer
Was würde Brünink jungen Leuten raten, die heute in der Grafschaft Bentheim unternehmerisch loslegen wollen? Einfach anfangen. Man müsse nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten, Fehler gehören dazu und sind oft die besten Lehrmeister.
Gleichzeitig empfiehlt er, neugierig zu bleiben, sich mit anderen Unternehmern auszutauschen und offen für neue Technologien zu sein. Die Region biete viele Chancen, gerade wenn man bereit ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und auch digitale Geschäftsmodelle mitzudenken.

