Die IG BAU fordert eine Anpassung der Rente für Bauarbeiter aufgrund der hohen körperlichen Belastungen in ihrem Beruf. Nur 390 der 8.730 Bauarbeiter im Kreis Emsland sind über 63 Jahre alt, was die Problematik verdeutlicht.
Rente muss dem Härtegrad der Arbeit gerecht werden
In der Baubranche im Landkreis Emsland müssen Arbeiter oft unter extremen Bedingungen schuften. Herbert Hilberink, Vorsitzender der IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, weist darauf hin, dass viele Bauarbeiter bereits vor dem 60. Lebensjahr aus gesundheitlichen Gründen aufhören müssen. Dies sei ein Zeichen dafür, dass das derzeitige Rentensystem den tatsächlichen Bedürfnissen der Beschäftigten nicht gerecht wird.
IG BAU fordert Flexibilisierung der Rente
Hilberink äußert vehemente Kritik an den Vorschlägen der Rentenkommission, die eine Erhöhung des Renteneintrittsalters vorsehen. „Die Möglichkeit einer flexiblen Rente muss endlich berücksichtigt werden. Bauarbeiter und Beschäftigte in ähnlichen Berufen müssen einen einfachen Übergang in den Ruhestand ermöglicht bekommen“, fordert Hilberink. Er verlangt einen ‚Expresszugang in den regulären Ruhestand‘ für Menschen, die in besonders belastenden Berufen tätig sind.
Baby-Boomer in der Rente: Dringende Ansprechpartner erforderlich
Ein zusätzliches Problem stellt die geplante Abschaffung der Rente mit 63 dar, was vor allem für die Baby-Boomer im Landkreis Emsland eine ernsthafte Bedrohung ihrer Lebensplanung bedeutet. „Mit über 52.000 Baby-Boomern in unserer Region wird diese Entscheidung enorme Auswirkungen haben“, warnt Hilberink. Viele dieser Arbeitnehmer haben 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und erwarten eine faire Behandlung beim Renteneintritt.
Die IG BAU fordert die Bundespolitiker auf, den Rückhalt für die betroffenen Berufsgruppen nicht zu verlieren. „Ein Absenken des Rentenniveaus auf unter 48 Prozent ist nicht akzeptabel. Der Staat muss sicherstellen, dass die Rentenpolitik Verantwortung übernimmt und dass die kommende Generation von Rentnern darauf vertrauen kann, dass ihr Lebensstandard nicht gefährdet wird“, schließt Hilberink.

