Franziskanerpater warnt: Krieg prägt Generationen

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Im Podcast „Friedensreiter“ spricht Franziskanerpater Thomas Lackner über die tiefen seelischen Wunden, die der Ukraine-Krieg hinterlässt. Er betont die Verantwortung der Kirchen, Hoffnung und Unterstützung zu bieten.

Verschärfte humanitäre Krise in der Ukraine

Der Ukraine-Krieg hat nicht nur infrastrukturelle Schäden verursacht, sondern auch dramatische Folgen für die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Pater Thomas Lackner, Vorsitzender des Hilfswerks „Franz Hilf“, hebt hervor, dass nunmehr über 40 Prozent der Bevölkerung in Armut leben. Hunger, Vertreibung und mangelnde medizinische Versorgung prägen den Alltag vieler Menschen, insbesondere Kinder leiden unter Verlusten in ihrer familiären Sicherheit.

Lackner erklärt: „Die Menschen in den Kriegsgebieten sind nicht frei. Sie sind von den Folgen des Krieges physiologisch und psychisch belastet.“ Diese Trauma-Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche machen, sind gravierend und weitreichend. Die humanitäre Hilfe in dieser Lage muss über die grundlegende Versorgung hinausgehen und auch psychologische Begleitung einschließen.

Die Rolle der Kirchen im Friedensprozess

Nach Ansicht von Pater Lackner kommt den Kirchen eine Schlüsselrolle zu. Während die Politik Kriege beenden kann, ist es der Glaube, der Räume für Hoffnung und Versöhnung schafft. Er betont: „In Zeiten des Krieges dürfen wir nicht die Menschlichkeit im Gegner vergessen. Nur wenn wir versuchen, den anderen als Mensch zu sehen, können wir eine spiralförmige Eskalation der Gewalt verhindern.“

Die Kirchen stehen vor der Herausforderung, seelsorgerische und menschliche Zuwendung zu bieten, um so zur Heilung von Verletzungen beizutragen. Im Podcast zeigt er eindringlich, dass Gebet, Nächstenliebe und ein gemeinschaftliches Miteinander nicht marginale Aspekte kirchlichen Handelns sind, sondern essenziell für den Frieden.

Podcast „Friedensreiter“ als Plattform für den Dialog

Der Podcast „Friedensreiter“ sucht aktiv nach Wegen für den Frieden. Er ist ein gemeinsames Projekt des Ludwig-Windthorst-Hauses (LWH) und des Instituts für Theologie und Frieden, moderiert von Marcel Speker-Underbrink und Dr. Jochen Reidegeld. Die beeindruckende Gästeliste umfasst Fachleute wie Politikwissenschaftler Carlo Masala und Historiker Michael Wolffsohn. Seit dem Start des Podcasts im Oktober 2024 konnte er bereits über 250.000 Aufrufe verzeichnen und steht auf YouTube sowie gängigen Podcast-Plattformen zur Verfügung.

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