Seit über 40 Jahren steht die Ofendiele Bicker GmbH aus Ibbenbüren für Kompetenz rund um Kamine, Öfen und Feuerstellen. Geschäftsführer Andreas Bicker, Ofensetzer- und Kaminbaumeister, führt den Familienbetrieb inzwischen mit Blick auf die dritte Generation. Im Interview spricht er über Tradition, moderne Technik, den eigenen Kundendienst und die Herausforderungen im Handwerk.
Dritte Generation führt Familienbetrieb
Wie hat sich die Ofendiele Bicker GmbH über die Jahre entwickelt, und was hat sich in der Führung durch die Familie bewährt?
Andreas Bicker berichtet, dass inzwischen die dritte Generation im Unternehmen aktiv ist. Angesichts vieler Betriebe, die keinen Nachfolger finden, sei er froh, dass seine beiden Söhne den Betrieb fortführen werden. So bleibe die Ofendiele ein Meisterbetrieb und sei für die Zukunft gut aufgestellt. Mit einem Augenzwinkern beschreibt er sein Unternehmen als kleine, intakte Familienbande. Die eigentliche Herausforderung liege darin, alte Pfade nicht gänzlich zu verlassen, aber dennoch eigenen Ideen und neuen Wegen Raum zu geben, damit das Unternehmen zeitgemäß bleibt. Junge Menschen gingen Dinge manchmal anders an und hätten damit durchaus Erfolg, das stelle er selbst immer wieder fest.
Größte Kaminausstellung im Münsterland
Mit über 1.000 Quadratmetern zählt die Ausstellung zu den größten im Münsterland, was können Besucherinnen und Besucher dort erwarten?
Das Ziel sei stets gewesen, den Kunden ein breites Spektrum zu zeigen, statt nur typische Branchenprodukte anzubieten, so Bicker. Feuerstellen dienten längst nicht mehr nur als Wärmequelle, sondern holten die Menschen aus dem Alltag und schafften besondere Momente. Neben klassischen Kaminen und Kaminöfen könnten Kunden auch hochwertige Elektro und Ethanolfeuerstätten erleben, für die kein Schornstein erforderlich ist. Zudem sei man auf Gasfeuerstätten spezialisiert, ob offen oder geschlossen, für Innen- oder Außenbereich, Gastronomie oder Privathaushalt. Seit einigen Jahren führe man außerdem ein umfangreiches Pelletofensortiment mit Pellet- und Hybridöfen namhafter Hersteller, ergänzt durch Zubehör und einen Ersatzteilservice für nahezu alle Fabrikate, unabhängig davon, wo der Ofen ursprünglich gekauft wurde.
Service und Wartung entscheidend
Als Meisterbetrieb mit eigener Werkstatt bieten Sie Aufmaß, Montage und Wartung aus einer Hand, wie wichtig ist dieser Rundumservice für Ihre Kunden?
Diesen Service hält Andreas Bicker für zwingend notwendig und unerlässlich. Viele Produkte benötigten regelmäßige Wartung, um lange einwandfrei zu funktionieren, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen. Deshalb lege man bei der Auswahl der Hersteller großen Wert auf Nachhaltigkeit und guten Service, auch bei der Ersatzteilversorgung. Ergänzend biete die Ofendiele einen eigenen Kundendienst an.
Neue Technik überzeugt Kunden
Sie führen seit kurzem die Piazzetta Infinity Plus Line, per App steuerbare Hybridöfen für Holz und Pellets, was macht diese Technik so besonders?
Pelletöfen seien eine sehr komfortable Lösung für alle, die eine alternative Heizquelle mit automatischer Brennstoffzufuhr suchen, erklärt Bicker. Mit einer Tankfüllung könne oft über mehrere Tage geheizt werden, während Leistung und Zeiten bequem per Display oder Smartphone angepasst werden. Auf Wunsch könnten auch weitere Räume mit Wärme versorgt werden. Wer zusätzlich weiterhin Scheitholz verbrennen möchte, etwa aus vorhandenem Vorrat oder für ein klassisches Feuererlebnis, greife zu einem Hybridofen. Dieser verbrenne sowohl Pellets als auch Scheitholz und erkenne den jeweiligen Brennstoff automatisch, um das Abbrandverhalten entsprechend anzupassen.
Marke greenfire vereint Design
Mit Ihrer Marke greenfire verbinden Sie Umweltschutz und Design, wie gelingt es Ihnen, moderne Verbrennungstechnologie und geringe Emissionen mit ansprechender Optik zu vereinen?
Das gelinge und sei auch der klare Anspruch des Unternehmens, so Bicker. Ein Ofen sei oft ein zentrales, fast luxuriöses Element im Wohnraum, ein echtes Wärmemöbel. Deshalb führe die Ofendiele viele moderne Kaminöfen, etwa die Elements-Serie der Firma SkanTherm aus Oelde, eine anspruchsvolle Serie mit hoher Effizienz, Qualität und individuellen Lösungsmöglichkeiten. Trotz intensiver Herstellerschulungen teste man viele Neuheiten zunächst selbst im eigenen Betrieb am Brennstand. Dabei sei der Verbrauch ein wichtiger Faktor, immer wieder zeige sich, wie sparsam und sauber manche Ofenmodelle bei einfacher Bedienung verbrennen.
Fachkräftemangel prägt das Handwerk
Wie sieht die Nachwuchssituation im Ofensetzer- und Kaminbauhandwerk derzeit aus, und geben Sie auch Quereinsteigern eine Chance?
Gerade anspruchsvoll agierende Handwerksbetriebe hätten es zunehmend schwer, motivierte Mitarbeiter zu finden und zu halten, sagt Bicker. Das sei ganz allgemein eine der großen Herausforderungen für junge Unternehmer. Die Ofendiele gehe hier offen heran, wichtig sei vor allem, dass Mitarbeiter sich mit ihrem Beruf und dem Unternehmen identifizieren und Freude an der Arbeit haben. Quereinsteiger seien ebenso willkommen wie ausgebildetes Fachpersonal, egal ob im Verkauf oder in der Montage. Jeder neue Mitarbeiter werde zunächst in Montage und Lager eingesetzt, um sich mit den täglichen Abläufen vertraut zu machen.
Wünsche für die Zukunft
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Ofendiele Bicker GmbH?
Für die Ofendiele gelte, was auch für andere Handwerksbetriebe gelte, so Bicker abschließend. Man brauche dringend weniger Bürokratie und eine stärker mittelstandsorientierte Politik mit frischen Ideen statt immer neuer Hürden und wenig sinnvoller Formulare. Wichtig seien Arbeitsmodelle, die für alle Seiten passen, statt von oben diktiert zu werden. Gerade die eigene Branche habe in den vergangenen Jahren ein starkes politisches Hin und Her erlebt, das auch junge Menschen davon abschrecke, ein Unternehmen weiterzuführen oder neu aufzubauen. Verlässliche Rahmenbedingungen seien deshalb für die Zukunft entscheidend.

