Der NABU Emsland gibt hilfreiche Tipps zum Umgang mit Jungvögeln. Viele vermeintlich hilflose Tiere benötigen keine menschliche Hilfe.
Jungvögel in der Natur: Weniger ist mehr
In der Natur sieht man oft Jungvögel, die unbeholfen auf dem Boden sitzen oder im Gras umherhüpfen. Diese Ästlinge haben in der Regel die besten Überlebenschancen, wenn wir sie in Ruhe lassen. Laut Sabine Jansen von der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim, benötigen diese gefiederten Wesen die Fürsorge ihrer Eltern, während sie sich im Übergang vom Nest ins Leben befinden.
Wann sollte ich eingreifen?
Unsicherheit ist oft der Grund, warum Menschen versuchen, Jungvögel zu helfen. Drei einfache Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Ist der Jungvogel noch unbefiedert?
- Wirkt er verletzt oder apathisch?
- Drohen ihm unmittelbare Gefahren, etwa durch Katzen oder Autos?
Wenn alle Fragen mit „Nein“ beantwortet werden können, ist Eingreifen in der Regel nicht notwendig. Befindet sich der Vogel jedoch in Gefahr oder ist verletzt, ist durchaus Handeln angesagt. So können verletzte oder schwache Tiere liebevoll zurück ins Nest gesetzt werden.
Erstversorgung von Jungvögeln: Schritt für Schritt
Falls ein Jungvogel ohne elterliche Versorgung aufgefunden wird, können Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich sein. Die Zufuhr von Wärme ist oft ein essenzieller erster Schritt. Diese kann mit einem Handtuch, Küchenpapier und einer Wärmflasche bereitgestellt werden. Zudem ist es wichtig, den Tieren Wasser – jedoch niemals direkt in den Schnabel – anzubieten, um Dehydrierung zu vermeiden.
Nach der Erstversorgung sollte eine fachkundige Person, wie die von Wildtierauffangstationen in Rastede oder Nordhorn, hinzugezogen werden. Zudem bietet die zuständige Untere Naturschutzbehörde wertvolle Informationen.
Es ist entscheidend, sich immer bewusst zu sein, dass nur kranke, verletzte oder wirklich verlassene Jungvögel aufgenommen werden dürfen. Bei bedrohten Arten ist schnelles Handeln nötig: Die Untere Naturschutzbehörde muss informiert werden. Der NABU appelliert: Lassen Sie Jungvögel dort, wo sie hingehören – in der Natur.
Für vogelfreundliche Gärten bietet der NABU zudem die Broschüre „Vögel im Garten“ an, die gegen Einsendung von Briefmarken angefordert werden kann.

