Der Salinenpark in Rheine ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2004 vor allem für seine Ruhe und die historischen Gradierwerke bekannt. Wer genauer hinschaut, entdeckt dort jedoch weit mehr als beeindruckende Gartenarchitektur. Der Park ist Lebensraum für zahlreiche Tier und Pflanzenarten, die sich rund um die Wasserflächen und Wiesen angesiedelt haben. Fotografin Thorunn Laumann hat einige dieser Bewohner mit der Kamera festgehalten und zeigt damit, wie vielfältig das kleine Ökosystem am Rande der Ems tatsächlich ist.
Die Störche gehören zum Frühling dazu
Ab dem Frühjahr wird es im Salinenpark hörbar. Zahlreiche Störche lassen sich rund um die historische Saline nieder und verbringen dort den Sommer. Auf den Wiesen rund um die Gradierwerke lassen sich die Vögel dann regelmäßig beim Klappern und bei der Nahrungssuche beobachten. Auch wenn sich die Tiere längst an Besucherinnen und Besucher gewöhnt haben, bleiben sie scheu und halten meist Abstand.
Die Seekanne blüht auf dem Wasser

Auf den Wasserflächen des Parks fällt vor allem eine Pflanze ins Auge, die Seekanne, botanisch Nymphoides peltata. Mit ihren herzförmigen, an Seerosen erinnernden Blättern und den leuchtend gelben Blüten prägt sie das Bild der ruhigen Uferbereiche. Besonders schön zeigt sich das Zusammenspiel, wenn sich die umliegende Ufervegetation im spiegelglatten Wasser widerspiegelt, ein Motiv, das immer wieder von Fotografierenden im Park festgehalten wird.
Libellen als Zeichen für ein gesundes Gewässer

Wo Wasser, Ruhe und eine reiche Bienenweide zusammenkommen, fühlen sich auch Libellen wohl. Im Salinenpark lassen sich unter anderem die Blutrote Heidelibelle und das Großes Granatauge beobachten. Beide Arten gelten als gute Indikatoren für ein intaktes Gewässer, sie besiedeln bevorzugt naturnahe, wenig gestörte Lebensräume mit ausreichend Vegetation am Ufer. Wer geduldig ist, kann die Tiere oft minutenlang in Lauerstellung auf Ästen oder Halmen beobachten, bevor sie im Flug nach Beute jagen.
Auch Grasfrösche fühlen sich im Park zuhause

Neben Vögeln, Pflanzen und Libellen gehört auch der Grasfrosch zu den Bewohnern des Salinenparks. Die Amphibien profitieren von den ruhigen, flachen Wasserzonen und der naturnahen Ufergestaltung, die ihnen sowohl Deckung als auch Laichmöglichkeiten bietet. Ihr Vorkommen unterstreicht, wie wichtig ein Gleichgewicht zwischen gestalteter Parklandschaft und naturbelassenen Rückzugsräumen für die heimische Tierwelt ist.
Ein Park mit Geschichte und Zukunft

Der Salinenpark ist Teil des sogenannten Bentlager Dreiklangs, zusammen mit dem Bentlager Wald und dem Kloster Bentlage. Ursprünglich gehörte zur Saline Gottesgabe auch ein Kurhaus, das Anfang des 20. Jahrhunderts den Mittelpunkt eines klassischen Kurparks bildete. Ein Emshochwasser im Jahr 1946 beschädigte die Anlage schwer, in den siebziger Jahren wurde der Park im Zuge einer Neugestaltung teilweise überbaut und zum heutigen Bürgerpark weiterentwickelt.
Dass sich trotz dieser wechselvollen Geschichte ein so artenreicher Lebensraum entwickeln konnte, macht den Salinenpark heute zu mehr als nur einem Ort der Erholung. Er ist gleichzeitig ein kleines Refugium für Tiere und Pflanzen mitten in Rheine.
Gut zu wissen für einen Besuch
Der Salinenpark ist ganztägig geöffnet und der Eintritt ist frei. Erreichbar ist er unter anderem über den EmsRadweg und die 100-Schlösser-Route. Wer die Tier und Pflanzenwelt in Ruhe beobachten möchte, sollte insbesondere die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag wählen, wenn im Park weniger Betrieb herrscht.


