Die Mieten im Emsland sind zwischen 2020 und 2025 um 43,5 Prozent gestiegen, wie aktuelle Zahlen der Bundesregierung zeigen. Dies löst scharfe Kritik von der Linken aus, die der CDU und SPD Versagen in der Wohnungspolitik vorwirft.
Mieten im Emsland steigen drastisch
Die aktuellen Zahlen der Bundesregierung belegen einen alarmierenden Anstieg der Angebotsmieten im Emsland von 43,5 Prozent zwischen 2020 und 2025. Diese Entwicklung macht die Region zu einem der Hotspots für Mietsteigerungen in Niedersachsen und übertrifft den landesweiten Durchschnitt von 24,7 Prozent bei Weitem.
Bereits im Vorjahr hatte eine Umfrage der Linken einen Anstieg der Erst- und Wiedervermietungsmieten um 19,1 Prozent innerhalb von nur drei Jahren festgestellt. Dennoch blieb die politische Reaktion aus. „Wir sehen hier ein offensichtliches Versagen der CDU und SPD auf verschiedenen politischen Ebenen“, kritisiert Jan-Marvin Koch, Stadtratskandidat der Linken in Lingen.
Rückgang bei Sozialwohnungen
Zusätzlich zu den steigenden Mietpreisen ist der Bestand an Sozialwohnungen in Niedersachsen stark geschrumpft – seit 2015 wurden fast 40.000 Sozialwohnungen abgebaut. Diese Entwicklung sorgt für immer mehr Unruhe auf dem Wohnungsmarkt und verstärkt die Wohnungsnot in der Region.
„Wir haben es hier nicht mehr mit normalen Marktverhältnissen zu tun. Dieser Anstieg ist ein deutliches Alarmsignal“, so Koch weiter. „Die Wohnungsfrage wird im Kommunalwahlkampf von den etablierten Parteien weitgehend ignoriert, während viele Menschen einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen.“
Forderungen der Linken
Die Linke fordert daher einen grundlegenden Wandel in der Wohnungspolitik. Notwendig seien erheblichen Investitionen in den kommunalen, gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsbau. Ein verbindlicher Anteil von 30 Prozent für geförderten Wohnraum müsse bei Neubauprojekten festgelegt werden. Zudem solle die Unterstützung für bestehende kommunale Wohnungsunternehmen, wie etwa die Lingener Wohnbau eG, verstärkt werden.
„Es geht nicht nur darum, mehr Neubauten zu schaffen, sondern auch darum, für wen diese gebaut werden. Es müssen dauerhaft bezahlbare Wohnungen in kommunaler oder genossenschaftlicher Hand entstehen“, erklärt Ralf Czogalla, ebenfalls Kandidat der Linken in Lingen. „Wohnen darf nicht nur als Investitionsobjekt gelten, sondern muss den Menschen dienen, die dort leben.“
Die jüngsten Mietspiegelzahlen aus Lingen zeigen zudem, dass die durchschnittlichen Nettokaltmieten in den letzten drei Jahren um etwa zehn Prozent gestiegen sind. „Wir brauchen keine weiteren Sonntagsreden über den Wohnungsbau. Die Menschen benötigen bezahlbaren Wohnraum“, schließt Czogalla ab.

