Eine aktuelle Untersuchung des VSR-Gewässerschutz zeigt eine alarmierende Nitratbelastung im Brunnenwasser von Meppen. 13 Bürger gaben Wasserproben ab, deren Ergebnisse klare Fehlentwicklungen der Düngegesetzgebung aufzeigen.
Brunnenwasseruntersuchung in Meppen
Am 1. Juni 2026 führte der VSR-Gewässerschutz auf dem Windthorstplatz in Meppen Brunnenwasseranalysen durch. Insgesamt 13 Bürger reichten Wasserproben aus ihren Gartenbrunnen ein. Die Vereinigung analysierte die Proben und erstellte individuelle Gutachten zur Nutzungsmöglichkeit des Wassers. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Menschen im Garten oberflächennahe Grundwasser nutzen und gleichzeitig die Trinkwasservorräte schonen“, erklärt Harald Gülzow, der das Projekt koordiniert.
Alarmierende Nitratergebnisse
Die Ergebnisse der Analysen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung der Nitratbelastung im Grundwasser, die durch die unzureichenden Düngeregelungen der letzten Jahrzehnte verstärkt wird. Laut Gülzow überschreitet jede dritte Wasserprobe aus den getesteten Brunnen den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat, wie er in der EU-Nitratrichtlinie festgelegt ist. Besonders hohe Werte wurden in Fullen (82 mg/l), Ahlen (79 mg/l), Groß Stavern (67 mg/l) und Emmeln (55 mg/l) gemessen. „Die laufenden Änderungen der Düngeregelungen haben nicht zu einer Reduzierung der Nitratbelastung geführt“, resümiert Gülzow.
Dringender Handlungsbedarf
Die seit 1991 existierende EU-Nitratrichtlinie fordert, dass die Nitratkonzentration im Grundwasser 50 mg/l nicht überschreiten darf. Die bisherige Umsetzung in Deutschland zeigt jedoch unzureichende Fortschritte. Gülzow konstatiert, dass die überwiegenden Änderungen der Düngegesetze oft darauf abzielen, Sanktionen durch den Europäischen Gerichtshof zu vermeiden, anstatt tatsächliche Verbesserungen zu erzielen.
Aktuell wurden die strengen Düngevorgaben für Bereiche mit hoher Nitratbelastung ausgesetzt, was die Besorgnis des VSR-Gewässerschutz verstärkt. Ohne zusätzlichen Maßnahmen droht die Nitratbelastung weiter zu steigen. Gülzow fordert eine rasche Nachbesserung, um in belasteten Gebieten eine Reduktion der Nitratwerte zu ermöglichen. „Es reicht nicht, lediglich die Düngemengen zu kontrollieren. Eine Kombination verschiedener landwirtschaftlicher Praktiken ist notwendig“, betont er.
Besonders der Anbau von Zwischenfrüchten in belasteten Gebieten könnte eine entscheidende Rolle spielen. Diese Pflanzen helfen, Überschüsse im Boden zu binden und die Auswaschung von Stickstoffen zu verringern. Da im Kreis Emsland rund 90 % der landwirtschaftlichen Flächen Ackerland sind, sieht Gülzow hier ein hohes Risiko für Nitratauswaschung, besonders im Winter, wenn Felder unbedeckt bleiben.
Die Webseite des VSR-Gewässerschutz bietet weitere Informationen zu den Untersuchungen im Kreis Emsland sowie Möglichkeiten für Brunnenbesitzer, ihre Wasserproben einzureichen.

