Die wirtschaftlichen Unsicherheiten auf den internationalen Märkten und die weiterhin verhaltene Nachfrage aus dem Ausland haben das Exportgeschäft der regionalen Wirtschaft auch im Jahr 2025 belastet. Die Unternehmen im IHK-Bezirk erzielten Auslandsumsätze in Höhe von rund 9,9 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 9,9 Prozent. Diese Ergebnisse hat die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim jetzt in ihrem aktuellen Exportbarometer veröffentlicht.
„Während Niedersachsen seine Exportumsätze im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent steigern konnte und bundesweit nahezu das Vorjahresniveau erreicht wurde, war unsere Region im vergangenen Jahr deutlich stärker von den schwierigen internationalen Rahmenbedingungen betroffen“, erläutert Frank Hesse, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs International.
Im laufenden Jahr scheint sich die Lage allerdings zu stabilisieren, die Exportumsätze legten bis April (letzte verfügbare Daten) um 0,9 % zu. Auch die Zahl der von der IHK ausgestellten Ursprungszeugnisse und weiteren Außenhandelsdokumente entwickelte sich leicht positiv. Mit rund 10.000 bearbeiteten Dokumenten wurde im ersten Halbjahr 2026 das Vorjahresniveau leicht übertroffen.
„Die Exporterwartungen der regionalen Wirtschaft haben sich gegenüber dem Herbst 2025 zwar spürbar verbessert, bleiben insgesamt aber verhalten“, sagt Hesse. In der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage rechnen 20,8 Prozent der Unternehmen mit steigenden Auslandsumsätzen, während 21,3 Prozent von einem Rückgang ausgehen. Der Saldo der Exporterwartungen verbessert sich damit von -22,7 auf -0,5 Punkte. „Der starke Negativtrend im Auslandsgeschäft ist damit vorerst gestoppt, von einer breiten Erholung der Exporte kann jedoch noch keine Rede sein“, so Hesse.
Als größte Belastungen nennen die Unternehmen weiterhin die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie Störungen in den internationalen Lieferketten. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, insbesondere der anhaltende Nahostkonflikt, die die Unsicherheit auf den internationalen Märkten erhöhen und sich auf Energiepreise sowie Handelsströme auswirken. Knapp die Hälfte der Unternehmen sieht zudem eine schwache oder schwankende Auslandsnachfrage als wesentliches Geschäftsrisiko.
Als Länderfokus widmet sich das Exportbarometer diesmal Indien. Das Land entwickelt sich zunehmend zu einem strategisch wichtigen Wirtschaftsstandort für deutsche Unternehmen – mit dynamischem Wirtschaftswachstum, großem Binnenmarkt und wachsender Bedeutung als Produktions- und Innovationsstandort. Zusätzliche Impulse soll das EU-Indien-Freihandelsabkommen bringen, dessen Inkrafttreten für 2027 erwartet wird.
Das IHK-Exportbarometer ist abrufbar unter www.ihk.de/osnabrueck (Dok.-Nr. 7133428).
Weitere Informationen: IHK, Frank Hesse, Tel.: 0541 353-110 oder Mail: [email protected]
Quelle: IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim.

