Die Brutzeit der Weißstörche in der Grafschaft Bentheim war auch 2023 von Erfolg gekrönt. Der Weißstorchbetreuer Wilfried Jürges berichtet von einer positiven Entwicklung der Population im Tierpark Nordhorn sowie in der Umgebung.
Erfolgreiche Brutzeit im Tierpark Nordhorn
Im Tierpark Nordhorn haben insgesamt 74 wilde Jungstörche das Nest verlassen. In einer großen Eiche zwischen dem Totenkopfaffengehege und der Wolfsanlage haben 13 Paare erfolgreich gebrütet. Doch nicht nur dort entstanden neue Leben. In 28 weiteren Nestern innerhalb des Zoogeländes wurden 45 junge Störche großgezogen, die nun selbstständig in die Lüfte steigen.

Die Besonderheit der Weißstörche
Während die Wildstörche sich in der Region selbst versorgen, fällt ein Nest im Tierpark besonders auf. Das Storchenpaar auf dem Vechtehof wird von den Tierparkmitarbeitern gefüttert. Der Weißstorch „Oma“, der 1999 geschlüpft ist, kann nicht auf den Zug in den Süden gehen und sucht selbst kein Futter. Das Nest auf dem Vechtehof stellt eine Ausnahme dar, da alle anderen Störche eigenständig jagten. Gut erkennbar ist der Anblick großer Gruppen von Störchen, die bei der Feldbearbeitung nach Nahrung suchen, um sich auf den langen Zug gen Süden vorzubereiten.
Verbreitung in der Grafschaft Bentheim
In der Grafschaft Bentheim wurden in diesem Jahr 26 weitere Standorte mit Storchennestern dokumentiert, aus denen 44 weitere Jungstörche ausgeflogen sind. Insgesamt hat sich die Population stabilisiert, jedoch sind viele der 112 Grafschafter Jungtiere gefährdet und werden voraussichtlich das erste Jahr nicht überleben. Die Bemühungen des Tierparks Nordhorn und des NABU Grafschaft Bentheim zur Einbeziehung weiterer Nistplätze außerhalb des Tierparks zeigen erste Erfolge: Rund 40 % der Störche nisten mittlerweile an verschiedenen Standorten innerhalb der Grafschaft.
Dr. Nils Kramer, Leiter des Tierparks Nordhorn, äußert sich erfreut über die Fortschritte: „Es ist positiv, dass sich die Weißstörche auch an anderen Orten der Grafschaft niederlassen. Das zeigt eine gewisse Erholung unseres Ökosystems.“ Dennoch wünscht er sich eine noch stärkere Verteilung der Störche, um eine lokale Überpopulation zu vermeiden. Der NABU unterstützt diese Ansichten und hofft auf Hinweise von Bürgern zu möglichen neuen Storchennestern im Monitoring. Dies könnte helfen, die Population weiter zu fördern und deren Verbreitung in der Region zu sichern.


