Meppen. Wer sich nicht mitteilen kann, wird oft missverstanden – und reagiert irgendwann mit Rückzug oder Wut. Für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung ist das Alltag, denn viele von ihnen verfügen über keine oder nur eine sehr eingeschränkte Lautsprache. In den Kindertagesstätten des St.-Vitus-Werks sollen Tablets mit speziellen Kommunikations-Apps das ändern. Finanziert hat sie die Heidi und Hans-Jürgen Hänsch Stiftung mit 3.000 Euro.
Symbole statt Worte
Die Geräte arbeiten mit Symbolfeldern, Bildern und synthetischer Sprachausgabe. Ein Kind wählt aus, das Tablet spricht. Damit lassen sich einfache Bedürfnisse äußern, zwischen Möglichkeiten entscheiden und erste Dialoge führen – auch ohne gesprochene Sprache.
Katharina Bruns, bei Vitus in der Fachberatung Autismus-Spektrum-Störung tätig, beschreibt den Ausgangspunkt: Wenn Kinder eigene Bedürfnisse, Gefühle oder Wünsche nicht ausdrücken können, führe das häufig zu Frustration, Rückzug oder herausforderndem Verhalten. Die Kommunikationshilfen setzen genau dort an – sie sollen nach Angaben des Trägers grundlegende Verständigung überhaupt erst anbahnen und damit Teilhabe und Selbstwirksamkeit ermöglichen.


Besuch in der Kita Bunte Vielfalt
Wie das in der Praxis aussieht, sahen sich Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung in der Kita Bunte Vielfalt in Dalum an. Leiterin Katharina Knue stellte dabei das Konzept der Vitus-Kitas vor: Unter dem Motto „Gemeinsam leben lernen“ sind Kinder mit und ohne Förderbedarf in festen Gruppen zusammen. Unter einem Dach finden sich je nach Standort Krippe, Kindergarten sowie sprach- und heilpädagogische und integrative Gruppen.
Michael Myohl vom Kuratorium der Stiftung nach dem Besuch: „Für uns als Stiftung ist das hervorragend investiertes Geld. Was Sie hier in der Arbeit mit den Kindern leisten, ist großartig.“
Träger mit 50 Standorten
Das St.-Vitus-Werk hat seinen Sitz in Meppen und ist an rund 50 Standorten im mittleren Emsland tätig. Nach eigenen Angaben arbeiten dort über 1.000 Beschäftigte, jährlich werden mehr als 2.500 Menschen begleitet – von der kindlichen Entwicklung über schulische Bildung und berufliche Qualifizierung bis zu Wohnen und Therapie.

