Münster. Wolfgang Haber, häufig als „Vater der Landschaftsökologie in Deutschland“ bezeichnet, ist am 13. August im Alter von 100 Jahren gestorben. Seinen wissenschaftlichen Anfang nahm sein Weg in Münster.
Der 1925 im westfälischen Datteln geborene Haber promovierte an der Universität Münster über Bodenatmung und arbeitete dort ab 1957 als wissenschaftlicher Assistent. Von 1962 an war er Kustos am Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster, bevor er 1966 den Lehrstuhl für Landschaftsökologie an der Technischen Universität München übernahm.
Haber war an der Gründung der Nationalparks Bayerischer Wald und Berchtesgaden beteiligt und begründete die Biotopkartierung mit. Von 1985 bis 1990 sprach er für den Rat von Sachverständigen für Umweltfragen der Bundesregierung, von 1990 bis 1996 stand er dem internationalen Ökologie-Dachverband Intecol vor.
Über sich selbst sagte er: „Ich bin kein Mensch, der Gegensätze und Feindbilder vertritt, auch wenn ich klare Meinungen äußere, sondern bemühe mich um Überbrückungen und Partnerschaften.“ Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, der ihn 2008 zum Ehrenmitglied ernannte, würdigt ihn als Vordenker und Brückenbauer zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

