Wie begleitet man eine Familie, deren Kind während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensjahren stirbt? Mit dieser Frage hat sich die Arbeitsgruppe „Familien mit Kindern von 0 bis 6 Jahren“ des Netzwerks Chancengerechtigkeit in der Familienbildungsstätte Lüdinghausen befasst. Organisiert hat das Treffen das Jugendamt des Kreises Coesfeld.
Wer welche Hilfe anbietet
Ziel war, den Fachkräften einen Überblick über die vorhandenen Angebote zu geben – denn im Ernstfall entscheidet oft, ob jemand die richtige Adresse kennt.
- Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst (AKHD) Lünen und Haltern am See: begleitet Familien mit Kindern und Jugendlichen, die eine lebensverkürzende Erkrankung haben
- Sternenkinderhaus in Darup, vorgestellt von Kim Pilz vom Gut Feismann
- Christophorus Kliniken Coesfeld: Ulrike Ahlers berichtete über die Angebote für Angehörige von Sternenkindern
- Sterneneltern-Trauergruppe in Dülmen: vorgestellt von Josefine Haustein (Stadt Dülmen) und Alex Strompen (donum vitae)
- Projekt wellcome des Sozialdienstes katholischer Frauen Lüdinghausen: praktische Entlastung im ersten Jahr nach der Geburt, vorgestellt von Monika Heitmann
Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach sterben. Viele betroffene Eltern verwenden den Begriff bewusst – er gibt dem Kind einen Platz in der Familie und in der Erinnerung.
Der Hospizdienst sucht Ehrenamtliche
Der AKHD sucht derzeit Menschen, die Familien ehrenamtlich begleiten möchten. Ein Vorbereitungskurs startet im März 2027 in Haltern. Wer sich das vorstellen kann, meldet sich unter [email protected].
Kurze Wege statt Zuständigkeitssuche
Das Treffen machte deutlich, worauf es ankommt: Familien in belastenden Situationen profitieren davon, wenn die Einrichtungen einander kennen und schnell weitervermitteln können. Das Kreisjugendamt will den fachlichen Austausch im Netzwerk Chancengerechtigkeit deshalb fortsetzen.

