KI-generierte Illustration mit der Kennzahl 45,2 Prozent Gymnasialanteil

Schule in Osnabrück: Wo ein Kind wohnt, entscheidet mit über den Schulweg

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45,2 Prozent der Osnabrücker Schülerinnen und Schüler besuchen ein Gymnasium, 29,9 Prozent eine Oberschule und 24,9 Prozent eine der beiden Gesamtschulen. So weit die Gesamtstadt. Schaut man auf die einzelnen Grundschulbezirke, verschiebt sich das Bild erheblich: In den westlichen und südwestlichen Bezirken wechseln auffällig viele Kinder aufs Gymnasium, in anderen deutlich weniger.

Der Lebenslagenbericht der Stadt zieht daraus einen unbequemen Schluss. Diese Unterschiede spiegeln nicht die Leistungen der Kinder wider, sondern das Wahlverhalten der Familien und das Aufnahmeverhalten der weiterführenden Schulen.

Die Empfehlung allein entscheidet nicht

Wie stark die Herkunft mitspielt, belegt der Bericht mit einer bundesweiten Zahl aus dem Bildungsbericht 2024: 17 Prozent der Kinder aus sozioökonomisch schwachen Familien gehen trotz Gymnasialempfehlung nicht aufs Gymnasium. Unter privilegierten Kindern sind es sieben Prozent.

Wohnortnähe spielt ebenfalls eine Rolle. In Bezirken, in denen eine Gesamtschule liegt, fallen die Gymnasialübergänge geringer aus, denn auch die Gesamtschule führt zum Abitur.

Beim Abschluss steht Osnabrück besser da als das Land

Zwei Drittel der Jugendlichen verlassen die Sekundarstufe I mit einem Realschulabschluss, sieben Prozent ohne jeden Abschluss. In Niedersachsen liegt die Quote ohne Abschluss bei neun Prozent, Osnabrück schneidet hier also besser ab.

Auffällig ist aber, wen es trifft. Unter den Jugendlichen ohne Abschluss haben 52 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit, an den Förderschulen sind es 43 beziehungsweise 59 Prozent. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil weit darunter. Bei allen Abschlussarten stellen Jungen mehr als die Hälfte.

Was die Stadt beeinflussen kann

Schulstruktur und Lehrpläne sind Sache von Land und Bund. In kommunaler Hand liegen die Gebäude, das Ganztagsangebot und ergänzende Bildungsangebote. Der Bericht setzt vor allem auf Unterstützung beim Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule, etwa durch niedrigschwellige Angebote zum Kompetenzaufbau und zur Sprachförderung. Als Beispiel nennt er das Diesterweg-Stipendium.

Teil 5 unserer Serie zum ersten Osnabrücker Lebenslagenbericht. Zum Auftakt der Serie.

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