Zwischen Oktober und Dezember 2026 lässt der Übertragungsnetzbetreiber Amprion im Bereich Lünne Vorarbeiten für das Erdkabelprojekt Windader West durchführen. Betroffen sind Flurstücke in mehreren Fluren der Gemarkung Lünne; die genaue Liste steht in der ortsüblichen Bekanntmachung.
Was auf den Flächen passiert
Untersucht wird der Untergrund: Mit Raupenfahrzeugen wird ein bis zu 30 Zentimeter breites Gestänge bis in 35 Meter Tiefe gebohrt oder gerammt, an anderen Punkten kommen schmalere Sonden bis etwa 15 Meter oder ein handgeführter Bohrstock bis zwei Meter zum Einsatz. Einzelne Bohrpunkte werden zu Grundwassermessstellen ausgebaut und bleiben bis zur späteren Bautätigkeit stehen. Wo Fremdleitungen vermutet werden, gräbt man Suchschachtungen – meist von Hand. Auf Verdachtsflächen geht der Bohrung eine Kampfmittelerkundung voraus.
Die Untersuchungspunkte werden mit farbigen Holzpflöcken markiert und danach wieder entfernt. Der Boden wird verschlossen und rückverfüllt, die Arbeiten begleitet in der Regel ein Bodenkundler. Pro Fläche dauern sie meist nur wenige Tage. Flur- und Aufwuchsschäden werden nach Paragraf 44 Energiewirtschaftsgesetz entschädigt.
Worum es bei Windader West geht
Windader West ist der Name von vier Offshore-Netzanbindungssystemen, die Windstrom aus der Nordsee ins Übertragungsnetz bringen sollen. Die Gleichstromkabel verlaufen durch die Nordsee, das niedersächsische Wattenmeer und über Land bis zu den Netzverknüpfungspunkten in Nordrhein-Westfalen. Jedes System kann 2.000 Megawatt übertragen. In Betrieb gehen sollen sie ab Mitte der 2030er Jahre. Die aktuellen Arbeiten sind noch keine Bauvorbereitung, sondern liefern Daten für die Planfeststellungsunterlagen.
Wer Auskunft gibt
Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Nutzungsberechtigte müssen die Untersuchungen nach Paragraf 44 Absatz 1 Energiewirtschaftsgesetz dulden; über den genauen Termin informiert die beauftragte Bohrfirma nach Möglichkeit vorab noch einmal persönlich. Beauftragt sind unter anderem die Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH und die Celler Brunnenbau GmbH. Fragen beantwortet die rmk Ingenieure GbR: [email protected], Telefon 05141 906061.

