Die Wachstumsregion Ems-Achse wächst weiter: Mit inzwischen 964 Mitgliedern nähert sich der Zusammenschluss aus Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Kammern und Verbänden in Ostfriesland, im Emsland und in der Grafschaft Bentheim der Marke von 1.000 Mitgliedern. Das kündigte Geschäftsführer Dr. Dirk Lüerßen auf der 23. Mitgliederversammlung im Energie Erlebnis Zentrum Ostfriesland in Aurich an.
Mitgliederzahl fast verdoppelt
Verglichen mit vor zehn Jahren hat sich die Mitgliederzahl nach Angaben der Ems-Achse fast verdoppelt. Der stellvertretende Vorsitzende Holger Heymann sprach von einer „grandiosen Entwicklung“ und nannte als Gründe das Veranstaltungsangebot der Wachstumsregion: rund 50 Termine mit mehr als 3.000 Teilnehmenden pro Jahr, von Netzwerk-Besuchen bei Betrieben über Mittagsgespräche in Städten und Gemeinden bis zu Fachtagungen wie der Bahnkonferenz oder dem Parlamentarischen Abend in Hannover, der mit rund 400 Gästen die größte Veranstaltung im Programm ist.
Zusammenarbeit mit Partnern in der Region
Heymann verwies zudem auf Kooperationen der Ems-Achse mit Partnern in der Region, etwa beim Aufbau der Weiterbildungs-Agentur Nordwest mit den Agenturen für Arbeit in Emden/Leer und Nordhorn, beim Tag des Handwerks mit den Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften oder bei der Roboter-Fabrik mit dem Landkreis und der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim.
Lobbyarbeit für Schiene, Wasserwege und Straßen
Neben der Fachkräftesicherung gewinnt laut Heymann auch die Lobbyarbeit der Ems-Achse für Infrastrukturprojekte an Bedeutung, etwa für den Ausbau von Schienen-, Wasser- und Straßennetz in der Region. So habe die Ems-Achse Vorsitz und Geschäftsführung des Fördervereins Pro E 233 für die Bahntrasse von Meppen nach Cloppenburg übernommen; ein vergleichbares Engagement gebe es auch für den Förderverein B 210n, der sich für die Ortsumgehung und den Autobahnzubringer in Aurich einsetzt.
Neues Angebot „Ems-Achse plus“ geplant
Nach Angaben von Geschäftsführer Lüerßen ist die Wachstumsregion bei einem für 2026 ausgeglichenen Haushalt von rund 2,4 Millionen Euro für die kommenden zwei bis drei Jahre finanziell gut aufgestellt. Angesichts der schwierigen Finanzlage der Kommunen und einer unklaren Förderkulisse will sich die Ems-Achse breiter aufstellen und plant dafür das Projekt „Ems-Achse plus“. Die bisherigen 50 kostenfreien Veranstaltungen für Mitglieder sollen dabei erhalten bleiben; zusätzlich soll es weiterführende, buchbare Serviceleistungen geben, etwa Mitarbeiterbefragungen mit regionalem Benchmark, ein psychosoziales Beratungsangebot, ein Azubi-Onboarding nach der Methode „Lego Serious Play“ oder Unterstützung bei der Integration ausländischer Fachkräfte.
Vorstand neu besetzt
Die Mitgliederversammlung verabschiedete alle Beschlussvorschläge einstimmig, auch die Neubesetzung des Vorstands: Marianne Hanneken, Geschäftsführerin der Johann Bunte-Logistik GmbH, und Klaus Fröhling, Bildungsleiter des VW-Werks Emden, folgen auf die bisherigen Vorstandsmitglieder Thorsten Klein (Volkswagen AG) und Klaus Reimann (UPM Nordland Papier GmbH).
Sorge um das VW-Werk Emden
Landrat Olaf Meinen würdigte in seiner Begrüßungsrede die Lobbyarbeit der Ems-Achse als „laut, unbequem und hartnäckig“ und betonte seine langjährige Verbindung zu dem Netzwerk, zunächst als Bürgermeister, später als Landrat. Mit Blick auf die Entwicklung des VW-Werks in Emden und eine mögliche Schließung äußerte er sich besorgt: „Wir als Ostfriesen stehen geschlossen hinter dem Werk“, sagte Meinen. Er wolle nicht wieder Zeiten erleben, in denen die Arbeitslosigkeit in Ostfriesland auf über 20 Prozent steigt.

