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Pflegekraft lächelt mit älterer Patientin im Zimmer, Symbolbild zum Pflege-Modellprojekt in Emsland und Grafschaft Bentheim

Emsland und Grafschaft Bentheim starten Modellprojekt für bessere Pflege

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Emsland und Grafschaft Bentheim sind die ersten beiden Landkreise in Niedersachsen, die ein „Gemeinsames Modellvorhaben“ für die Pflege starten. Zum 1. September 2026 erhalten beide Kreise dafür grünes Licht vom Land, wie das niedersächsische Sozialministerium mitteilt.

Fachkräfte, Angehörige und Nachbarschaft sollen zusammenarbeiten

Ziel des Projekts ist eine sogenannte „sorgende Gemeinschaft“: Ehrenamtliche Unterstützung wird mit professionellen Pflegeangeboten verknüpft, Betroffene erhalten ein individuelles Fallmanagement durch eine feste Ansprechperson. Sozialminister Dr. Andreas Philippi sieht darin ein Modell für die Zukunft, das Fachkräfte, Angehörige und Nachbarschaft zusammenbringt und pflegende Angehörige spürbar entlastet.

Rund 1,7 Millionen Euro Fördermittel für beide Kreise

Land und Pflegekassen stellen für die Grafschaft Bentheim rund 785.000 Euro und für das Emsland rund 946.000 Euro bereit, zunächst bis Ende 2028 mit Option auf Verlängerung bis 2029. Landesweit stehen dafür jährlich gut 2 Millionen Euro vom Land bereit, die Pflegekassen geben denselben Betrag dazu.

Über 36.000 Pflegebedürftige könnten profitieren

Nach Angaben der Landräte Uwe Fietzek (Grafschaft Bentheim) und Marc-André Burgdorf (Emsland) profitieren potenziell mehr als 11.000 pflegebedürftige Menschen in der Grafschaft Bentheim und rund 25.750 im Emsland von dem Projekt. In beiden Kreisen wird jeweils mehr als die Hälfte davon zu Hause von Angehörigen versorgt, ohne dass ein Pflegedienst eingebunden ist.

Aufbau auf dem Vorgängerprojekt ReKo

Beide Landkreise hatten bereits nach dem Modellprojekt „Regionales Pflegekompetenzzentrum“ (ReKo), das 2019 unter Federführung der Gesundheitsregion EUREGIO gestartet war, ein dezentrales Fallmanagement bei den Senioren- und Pflegestützpunkten aufgebaut. An der Vorgängerinitiative waren auch die Universität Osnabrück und die DAK Gesundheit beteiligt; die Auswertung zeigte mehr Beratungen und eine bedarfsgerechtere Versorgung. Nach Auslaufen der Förderung aus dem Innovationsfonds finanzierten die Kommunen die dezentralen Casemanagement-Strukturen zunächst vorübergehend aus eigenen Mitteln. Das neue Modellvorhaben wird wissenschaftlich begleitet, um zu prüfen, ob sich der Ansatz landesweit in die Regelversorgung übernehmen lässt.

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