Anzeige
Img728x90 neue standardbanner new tde 1742992361697

Münster: 90-Mio-Loch – Kämmerin beruft Taskforce ein

Anzeige
Westenergie AG

Die Stadt Münster steht vor einem massiven Haushaltsproblem: Weil die Schlüsselzuweisungen des Landes nahezu vollständig ausbleiben, klafft eine Lücke von mehr als 90 Millionen Euro. Kämmerin Christine Zeller hat deshalb eine verwaltungsinterne Taskforce ins Leben gerufen, die tragfähige Lösungen erarbeiten soll.

Landeszuweisungen fallen fast komplett weg

Die Stadt Münster muss sich auf ein finanzielles Rekordloch einstellen. Grund dafür ist der nahezu vollständige Ausfall der sogenannten Schlüsselzuweisungen des Landes NRW – Gelder, mit denen Kommunen üblicherweise einen Teil ihrer laufenden Ausgaben decken. Nach Angaben der Stadtverwaltung entsteht dadurch eine Lücke von über 90 Millionen Euro im städtischen Haushalt.

Stadtdirektorin und Kämmerin Christine Zeller reagiert auf die Entwicklung mit der Einberufung einer verwaltungsinternen Expertengruppe. Ziel des Gremiums ist es, schnell eine rechtssichere und zugleich realistische Antwort auf die Finanzierungslücke zu finden. Die Stadt betont, dass es sich um eine Herausforderung handelt, die alle Bereiche der Verwaltung betrifft.

Finanzbeirat mit Vertretern aller Dezernate

Für die Arbeit der Taskforce hat Zeller Vertreterinnen und Vertreter aus allen Dezernaten der Stadtverwaltung eingebunden. Dieser breit aufgestellte Finanzbeirat soll sicherstellen, dass mögliche Sparmaßnahmen oder Umschichtungen nicht isoliert in einzelnen Ämtern entschieden werden, sondern verwaltungsweit abgestimmt sind. Damit reagiert die Stadt auf die Komplexität des Problems: Eine Lücke dieser Größenordnung lässt sich kaum durch einzelne Kürzungen schließen, sondern erfordert Entscheidungen, die mehrere Politikfelder gleichzeitig betreffen – von Investitionen über freiwillige Leistungen bis hin zu möglichen Steuer- oder Gebührenanpassungen.

Die genaue Zusammensetzung und der Zeitplan der Taskforce wurden in der Mitteilung nicht im Detail genannt, ebenso wenig wie mögliche erste Sparvorschläge. Die Stadtverwaltung kündigte jedoch an, die Öffentlichkeit über den weiteren Verlauf der Beratungen zu informieren.

Kommunen bundesweit unter Druck

Der Fall Münster reiht sich in eine Entwicklung ein, die derzeit viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen betrifft: Sinkende oder ausbleibende Landeszuweisungen treffen auf ohnehin angespannte kommunale Haushalte. Für Münster bedeutet der aktuelle Einbruch bei den Schlüsselzuweisungen einen der größten Einschnitte der vergangenen Jahre. Wie stark sich das Loch auf konkrete städtische Angebote und Projekte auswirken wird, dürfte sich erst zeigen, wenn die Taskforce ihre Vorschläge vorlegt.

Bis dahin bleibt offen, welche Bereiche der Stadtverwaltung von möglichen Einsparungen betroffen sein könnten. Klar ist bereits jetzt: Die Stadt Münster steht vor Entscheidungen, die weit über die Finanzverwaltung hinausreichen und voraussichtlich auch politische Debatten im Rat der Stadt auslösen werden.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel