Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung hat gemeinsam mit der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen (LVG & AFS) eine neue Orientierung und Handlungshilfe zu weiblicher Genitalverstümmelung/-beschneidung (FGM/C) veröffentlicht. Sie soll Fachkräfte bei Prävention, Kinderschutz und der Unterstützung betroffener Frauen und Mädchen stärken.
Praxisnahes Wissen für Bildung, Gesundheit, Beratung und Verwaltung
Die Broschüre richtet sich an Fachkräfte aus Bildung, Gesundheit, Beratung, Jugendhilfe und Verwaltung. Sie vermittelt Grundlagenwissen zu Formen und Folgen von FGM/C, informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen und gibt praxisnahe Hinweise zum Erkennen von Gefährdungslagen, zur sensiblen Ansprache Betroffener sowie zu Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen. Ergänzt wird sie durch eine Übersicht von Beratungs- und Unterstützungsangeboten in Niedersachsen.
„Mädchen wirksam vor weiblicher Genitalverstümmelung zu schützen und betroffenen Frauen Zugang zu Unterstützung und Versorgung zu ermöglichen, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Fachkräfte nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein“, erklärt Niedersachsens Sozialminister Dr. Andreas Philippi.
Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte im Februar
Ergänzend hat das Ministerium gemeinsam mit der Ärztekammer Niedersachsen die Fortbildung „Ganzheitliche Versorgung von Betroffenen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C)“ entwickelt. Sie richtet sich vorrangig an Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen, steht aber auch weiteren Fachkräften aus Beratung, Begleitung und Versorgung offen. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 3. Februar 2027, von 17 bis 20.15 Uhr in den Räumen der Ärztekammer Niedersachsen in Hannover sowie als Livestream statt. Weitere Informationen und Anmeldung gibt es auf der Website der Ärztekammer Niedersachsen.
Wo die Handreichung erhältlich ist
Die neue Orientierung und Handlungshilfe steht ab sofort digital zur Verfügung und kann kostenfrei über die Homepage des Sozialministeriums bezogen werden. Künftig wird sie zusätzlich über das Kinderschutzportal Niedersachsen bereitgestellt, das Fachkräften und Interessierten Informationen, Materialien und Unterstützungsangebote zum Kinderschutz bündelt.

