Fast jede Fahrt mit Bus, Bürgerbus, Bahn oder Rad beginnt und endet zu Fuß. Genau dort setzt der Kreis Coesfeld an, wenn es um die Mobilität älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen geht. In den elf Städten und Gemeinden sollen deshalb weitere sogenannte Fußverkehrs-Checks folgen. Das ist ein Ergebnis eines Beteiligungsworkshops am Mittwoch, 23. September 2026, auf dem Alten Hof Schoppmann in Darup.
Wer selbst mitreden will: Termine für die nächsten Beteiligungsschritte und eine Online-Bürgerbefragung gibt es unter coe-mobil.de.
Der Weg zur Haltestelle entscheidet
Sichere, barrierearme und gut erreichbare Wege seien keine Nebensache, sagte Kreisdirektor Dr. Linus Tepe, der selbst am Workshop teilnahm. Sie entschieden mit darüber, ob Menschen im ländlichen Raum selbstständig unterwegs sein können. Bei einem Fußverkehrs-Check gehen Verwaltung, Politik und Bürger gemeinsam Wege im Ort ab und halten fest, wo es Hindernisse gibt.
Viele Angebote, die kaum einer kennt
Vertreter aus Verwaltung, Politik, Teilhabebeiräten, Verkehrsunternehmen und Bürgerbusvereinen trugen zusammen, was es im Kreis bereits gibt: Pedelec- und Bustrainings, Schulungen für Apps und Rollatoren, Rikscha-Fahrdienste. Das Problem aus Sicht der Teilnehmenden: Diese Angebote sind zu wenig bekannt und kaum miteinander verknüpft. Das soll sich ändern.
Eine besondere Rolle spielen die Bürgerbusvereine. Ihre ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer seien gerade für ältere Menschen oft auch ein sozialer Anker, betonte Tepe.
Idee: „Faire Parkplätze“ in den Ortskernen
Diskutiert wurde außerdem, in den Ortszentren Parkplätze für Menschen freizuhalten, die schlecht zu Fuß sind, aber keinen Anspruch auf einen Behindertenparkplatz haben. Vorbild könnten Frauenparkplätze in Parkhäusern sein, die ebenfalls nicht rechtlich verbindlich sind, sondern auf Rücksicht setzen.
Mobilitätskonferenz im Februar 2027
Die Ergebnisse fließen in die Mobilitätskonferenz ein, die der Kreis für Februar 2027 plant, und in seine Mobilitätsstrategie. Das Projekt wird über die Bezirksregierung Münster aus Landesmitteln Nordrhein-Westfalens gefördert.

