Gesenkte Köpfe bei den Gästen, Jubel bei der U23 des SV Meppen und ihren Fans: Der SC Spelle-Venhaus hat das Emsland-Derby in der Oberliga Niedersachsen mit 0:4 verloren. Für die Schwarz-Weißen ist es die erste Niederlage der Saison, für die junge Meppener Mannschaft der zweite Sieg und der Sprung aus der Abstiegszone.
„Ganz bitter. Das tut extrem weh“, sagte SCSV-Trainer Henry Hupe nach dem Spiel in Meppen-Hemsen.
Chance auf Platz zwei vertan
Die Niederlage wiegt doppelt, weil die Konkurrenz patzte. Spitzenreiter Heeslingen kam gegen Vorsfelde nicht über ein 3:3 hinaus, Rehden verlor 0:3 gegen Hildesheim und sucht nach dem Rücktritt von Trainer Majid Cirousse einen Nachfolger, Braunschweig spielte 3:3 gegen Nordhorn. Mit einem Sieg wäre Spelle auf Rang zwei geklettert. So rutschte das Team auf Platz fünf ab, drei Punkte hinter Heeslingen und dem VfV Borussia 06 Hildesheim an der Spitze. Auch im fünften Anlauf gelang Spelle damit kein Sieg gegen Meppens U23.
Frühes Gegentor bringt Meppen in die Spur
Hupe sah bei vielen Spielern keine gute Tagesform und vermisste die Intensität der vorangegangenen Wochen. „Einzelne Momente sind gegen uns gelaufen.“ Dazu gehörte der frühe Rückstand: Nach einem hohen Ball fehlte die Absicherung in der Tiefe, Niclas Wessels traf. „Das spielt natürlich in so eine Dynamik des Spiels hinein. Nichtsdestotrotz haben wir 88 Minuten Zeit, das Spiel zu drehen.“ Das gelang nicht. Die Meppener kämpften bedingungslos und zeigten genau die Intensität, die Hupe bei seiner Mannschaft vermisste.
An der Verstärkung aus dem Profikader lag das nur bedingt. Mit Niclas Wessels, Jonas Goldenstein, Henrik Wittrock und Mika Herrmann standen zwar vier Spieler aus dem Drittliga-Kader im Aufgebot, nennenswerte Regionalliga-Erfahrung und ein paar Minuten in der 3. Liga hat aber nur Wessels.
Yumusak: „Gegen den Ball war es überragend“
„Heute hat die Defensive eiskalt gewonnen“, sagte SVM-Trainer George Yumusak, der gemeinsam mit Lucas Beniermann, dem Trainer der Meppener Drittliga-Mannschaft, den Platz verließ. Sein Team habe „leidenschaftlich alles wegverteidigt und jeden Zweikampf gefeiert, aber auch den nächsten Angriff gefordert. Es war richtig mutig.“
Aggressivität und Schärfe hätten sich schon im Training unter der Woche angedeutet. Gegen Spelles schnelle, offensiv denkende Außenverteidiger habe seine Mannschaft keine Räume anbieten dürfen und dem Gast phasenweise bewusst den Ball überlassen. Am Ende stand die Null „gegen eine Top-Mannschaft“. Mit dem Sieg sei „ein Riesen-Druck von allen Schultern“ gefallen. Seine Spieler hätten gesehen, „was möglich ist, was für ein Potenzial in ihnen steckt. Aber auch, dass der Kopf einfach reifer werden muss.“ Meppen verbesserte sich auf Rang zwölf.
Pokal gegen Lüneburg als Chance zur Antwort
Nach der Niederlage müsse sich jeder hinterfragen, sagte Hupe. „Da nehme ich mich nicht aus.“ Schlechtreden wolle er die guten Wochen davor aber nicht. Schon am Samstag, 3. Oktober, wartet im Niedersachsenpokal ein Heimspiel gegen Lüneburg, in dem seine Mannschaft die Antwort auf dem Platz geben soll. Dann könnte auch Joe Klöpper wieder dabei sein, der in Meppen in der zweiten Halbzeit mit muskulären Problemen ausgewechselt wurde.

