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Buchcover mit historischer Ansicht der Dülmener Innenstadt, einem alten Wahlzettel und fünf Porträtfotos früherer Stadtverordneter

Dülmens Stadtverordnete in Weimar und NS-Zeit: Buch mit 73 Biografien für 3 Euro

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Wer saß in der Weimarer Republik im Dülmener Stadtrat, und was wurde aus diesen Menschen nach 1933? Antworten gibt ein Buch des Dülmener Stadtarchivars Dr. Stefan Sudmann, das ab dem 3. Oktober 2026 vorbestellt werden kann. „Die Dülmener Stadtverordneten der Weimarer Republik und ihr Schicksal im Nationalsozialismus“ erscheint voraussichtlich Anfang Dezember, kostet 3 Euro und wird vom Heimatverein Dülmen herausgegeben.

Vorbestellen beim Stadtarchiv

Vorbestellungen nimmt das Stadtarchiv per E-Mail an [email protected] entgegen. Beim Bürgertreff am 3. Oktober stellt der Heimatverein das Buch an seinem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten vor. Der niedrige Preis ist möglich, weil Sponsoren das Projekt finanziert haben, darunter das Land Nordrhein-Westfalen, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Sparkassenstiftung Westmünsterland, die Bürgerstiftung Dülmen und der Lions-Club Dülmen. Dülmener Schulen können jeweils einen Klassensatz kostenlos für den Unterricht bekommen.

73 Lebensläufe, zwei davon von Frauen

Auf 172 Seiten zeichnet Sudmann die Biografien aller 73 Stadtverordneten der Weimarer Zeit nach, darunter zwei Frauen, und verweist auf ein Dutzend weitere Kommunalpolitiker. Dafür hat er Akten aus kommunalen, staatlichen und kirchlichen Archiven ausgewertet. Das Buch zeigt auch, wie eng die Politiker in der Stadtgesellschaft vernetzt waren: Die meisten waren nicht nur in einer Partei aktiv, sondern auch in Gesangvereinen, Arbeitervereinen, Gewerkschaften, Kirchenvorständen und Kirchenchören und vor allem in den Schützenvereinen, oft als Vorstand oder Schützenkönig.

Ein Bürgerantrag gab den Anstoß

Das Forschungsprojekt lief seit 2023. Angeregt hatte es ein Bürgerantrag, der Stadtrat beschloss daraufhin die Untersuchung. Nach Angaben der Stadt gibt es in Nordrhein-Westfalen zwar Veröffentlichungen über Stadtverordnete einzelner Städte in dieser Zeit, aber bislang keine mit so ausführlichen Biografien aller Ratsmitglieder. Das Dülmener Projekt könne deshalb auch andere Städte zu ähnlichen Untersuchungen anregen.

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