Seit 2024 holt die Wachstumsregion Ems-Achse ausgebildete Fachkräfte aus Südafrika in Betriebe im Emsland, in der Grafschaft Bentheim und in Ostfriesland. Jetzt hat sich die Gegenseite angeschaut, wie es ihren Absolventen hier geht: Xolelo Brian Phike, Leiter des Northlink College in Kapstadt, war mit seinem Mitarbeiter Henri Mafoumba eine Woche lang in der Region unterwegs.
Was die Firmen sagen
Die beiden wollten vor allem von den Arbeitgebern wissen, wie zufrieden sie mit den Fachkräften aus Kapstadt sind, und mit den Südafrikanern selbst sprechen. Beide Bilanzen fielen nach Angaben der Ems-Achse positiv aus. Was sie gelernt haben, wollen Phike und Mafoumba in den Unterricht in Kapstadt einfließen lassen.
Besucht haben sie unter anderem ELA Container und Hölscher Wasserbau in Haren, die Hero-Group in Dersum, die Meyer Werft in Papenburg und Silver Robotics in Herzlake. Bei den Berufsbildenden Schulen Papenburg informierten sie sich über die duale Ausbildung. Schulleiter Udo Keilen war im vergangenen Jahr selbst mit einer Delegation der Ems-Achse in Südafrika.
Mehr Kabelfarben, schnellere Autofahrer
Zwei der Fachkräfte, Palesa Magazi und Zikhona Baleni, berichteten von den Unterschieden im Arbeitsalltag. In Südafrika habe es nur zwei Farben für Elektrokabel gegeben, in Deutschland seien es viele. Inzwischen fahren beide Frauen selbst Auto und haben dabei eine Erfahrung gemacht: „Wenn wir langsamer fahren, hupen sie einfach!“
So läuft das Projekt
Im Projekt „Moving North“ bereitet die Ems-Achse Fachkräfte aus Metall, Elektrotechnik und Holzverarbeitung über mehrere Monate auf ihre Arbeit in Deutschland vor. Das Welcome Center begleitet sie schon in Kapstadt und später auch hier, etwa bei Behördengängen oder der Suche nach einem Sportverein. Aus zwei Kursen haben bereits zahlreiche Teilnehmer den Schritt nach Deutschland gemacht, drei von ihnen haben inzwischen ihre Familien nachgeholt.
Vom 16. bis 20. November 2026 reist zum dritten Mal eine Delegation von Unternehmen aus der Region nach Kapstadt, derzeit mit 17 Teilnehmenden, um künftige Fachkräfte persönlich kennenzulernen. Gefördert wird das Welcome Center von der Europäischen Union (ESF+) und dem Land Niedersachsen.

