Wo heute das einsA steht, wurden im frühen Mittelalter Glocken gegossen. Ein Modell der dort 2016 entdeckten Glockengussgrube, der ältesten belegten in Europa, ist ab Samstag, 10. Oktober, erstmals öffentlich zu sehen. Die Ausstellung im einsA läuft bis zum 14. Januar, danach zieht das Modell dauerhaft ins Westfälische Glockenmuseum nach Gescher.
Vernissage am Samstag um 11 Uhr
Zur Eröffnung am 10. Oktober um 11 Uhr sind alle Interessierten eingeladen. Neben dem Modell zeigt die Ausstellung die Rekonstruktion einer frühmittelalterlichen Glocke und einen Film der LWL-Archäologie für Westfalen über den Fund. Zu sehen ist sie während der Öffnungszeiten des einsA.
Begleitend gibt es öffentliche Führungen und eine Vortragsreihe. Daran beteiligt sind die Stadt Dülmen, die Pfarrei St. Viktor, Dülmen Marketing, der Heimatverein Dülmen und das Glockenmuseum Gescher. Schulklassen und andere Gruppen können Führungen beim Stadtarchiv buchen, Telefon 02594 12-416, E-Mail [email protected].

Beweis für eine Kirche im 8. Jahrhundert
Der Fund kam 2016 bei den Vorarbeiten für den Bau des einsA zutage. Er belegt, dass es in Dülmen schon im 8. Jahrhundert eine Kirche gab, also vor oder zu Beginn der Sachsenkriege, mit denen das Münsterland christianisiert wurde. Bis dahin fehlte dafür ein Nachweis.
Sparkassenstiftungen geben 6000 Euro
Das Westfälische Glockenmuseum im rund 30 Kilometer entfernten Gescher hat das Modell anfertigen lassen. Den größten Teil der Kosten trugen die Sparkassenstiftungen für die Kreise Coesfeld und Borken mit zusammen 6000 Euro. Außerdem beteiligten sich die Städte Gescher und Dülmen, der Verein zur Förderung des Glockenmuseums und zwei private Spender. Bei einem Termin am Montag im einsA dankten Dülmens Bürgermeister Carsten Hövekamp und Geschers Bürgermeisterin Anne Kortüm den Unterstützern.
„Wir freuen uns sehr, dass es nun zuerst hier, am Ort des Fundes, öffentlich zu sehen sein wird“, sagte Hövekamp. Für das Museum in Gescher sei das Modell eine Bereicherung der Dauerausstellung, betonte Kortüm.

