Die Stadt Rhede hat eine weitere Unterkunft für Geflüchtete fertiggestellt. In dem Neubau an der Straße Dorbröker sind drei Wohnungen entstanden, zwei davon sind bereits belegt. In die Erdgeschosswohnung soll in den nächsten Tagen eine Familie einziehen.
304 Menschen in städtischen Unterkünften
Insgesamt leben derzeit 304 Geflüchtete in Rheder Unterkünften, 97 davon stammen aus der Ukraine. Beim Höchststand im November 2024 waren es 423, Anfang 2022, vor Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, 162. Die Zahl stagniert derzeit: Immer wieder ziehen Bewohner in eigene Wohnungen, gleichzeitig werden der Stadt regelmäßig neue Menschen zugewiesen.
Ein großer Teil könnte eigentlich ausziehen. Nach Angaben der städtischen Sozialarbeit sind 195 der 304 Bewohnerinnen und Bewohner rechtlich anerkannt und suchen eine eigene Wohnung. Vor allem für größere Familien ist das schwierig. Ein Vater, der mit seiner Familie neu am Dorbröker wohnt, berichtete, er suche schon lange vergeblich. Daran habe sich auch nichts geändert, seit zwei seiner fünf Kinder zum Studium ausgezogen seien.
Später als Mehrfamilienhaus nutzbar
Zwei der drei Wohnungen im Erd- und Obergeschoss haben je vier Schlafzimmer und einen gemeinsamen Raum zum Kochen, Essen und Wohnen, die Dachgeschosswohnung hat zwei Schlafzimmer. Das Gebäude ist so geplant, dass es zu einem gewöhnlichen Mehrfamilienhaus umgebaut werden kann, sollte die Stadt weniger Plätze für Geflüchtete brauchen. Rhede unterhält derzeit 22 Unterkünfte, 17 davon gehören der Stadt, fünf sind angemietet. Größere Einrichtungen gibt es an der Büssingstraße, am Bauhauskamp und an der Tünter Heide, die übrigen sind über das Stadtgebiet verteilt.

Nachbarn zum Kennenlernen eingeladen
Vorgestellt wurde das Haus beim jüngsten Mobilen Offenen Treff. Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe Rhede, Sozialarbeiter der Stadt und Bewohner hatten dazu auch die Nachbarschaft eingeladen. Einige Anwohner nutzten die Gelegenheit, sich die Räume anzusehen und mit den neuen Nachbarn ins Gespräch zu kommen.
Der offene Treff für Geflüchtete und Helfer findet jeden Montag von 16 bis 17 Uhr im evangelischen Paul-Gerhardt-Haus statt. Am ersten Montag im Monat zieht er in wechselnde Unterkünfte um. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind jederzeit willkommen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Mobilen Offenen Treff über das Programm „Ehrenamt im Kontext Prävention“.

