Wie fühlt es sich an, in Deutschland arm aufzuwachsen? Darüber spricht die Journalistin und Autorin Miriam Davoudvandi am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Nordhorn. Sie stellt ihr Buch „Das können wir uns nicht leisten“ vor. Eingeladen haben die Nordhorner Ortsgruppe von Amnesty International und das Nordhorner Frauenbündnis. Karten gibt es im Vorverkauf in der Stadtbibliothek und in der Buchhandlung Thalia Nordhorn.
Scham, die bleibt
Davoudvandi wurde 1992 in Bukarest geboren, als Tochter einer Rumänin und eines Iraners, und wuchs in einer süddeutschen Kleinstadt auf. Die Familie lebte in einem heruntergekommenen Sozialbau mitten zwischen Einfamilienhäusern, und sie schämte sich dafür vor ihren Freunden. Dieses Gefühl, nicht mithalten zu können und nicht dazuzugehören, begleitet sie nach eigener Schilderung seit ihrer Einschulung bis heute. Inzwischen verdient sie mehr, als ihre Eltern je verdient haben. Ihr Fazit fällt deutlich aus: Geld macht sehr wohl glücklich.
Armut jenseits der Statistik
In ihrem Buch blickt Davoudvandi nicht nur auf die bekannten Seiten der Armut. Sie schreibt auch darüber, was fehlendes Geld für Freundschaften, Dating und Familiengründung bedeutet, wie es die Psyche belastet, welche Rolle der Fernseher spielt und wie es ist, als Erste in der Familie zu studieren.

