Wer gehörte dazu, wer wurde ausgestoßen, und wer hat sich gewehrt? Um diese Fragen geht es beim ersten Herbstvortrag des Lingener Stadtarchivs am Donnerstag, 22. Oktober 2026. Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus berichtet ab 19 Uhr im Professorenhaus aus seinen Forschungen für das 2025 erschienene Buch „Lingen im Nationalsozialismus“. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung braucht es nicht.
Vom Kivelingsfest bis zur Verfolgung
Das NS-Regime arbeitete mit zwei Seiten derselben Ideologie: Ein großer Teil der Bevölkerung sollte in die rassistisch definierte „Volksgemeinschaft“ eingebunden werden, andere Gruppen wurden ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Crabus zeigt an Lingener Beispielen, wie das vor Ort aussah.
Dazu gehört die Gleichschaltung bekannter Lingener Institutionen wie der Kivelinge und des Roten Kreuzes, der Druck auf Frauen, sich dem Rollenbild des Regimes anzupassen, und die Art, wie Propaganda rassistisches Denken verbreitete.
Wer in Lingen ausgegrenzt wurde
Ein Schwerpunkt liegt auf den Menschen, die aus der „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossen wurden. Der Vortrag behandelt die Diskriminierung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Osteuropäern, Kranken, Homosexuellen und Zeugen Jehovas sowie die Verfolgung von Sozialisten und Gewerkschaftern.
Zwei weitere Abende bis Dezember
Die Herbstreihe des Stadtarchivs geht danach weiter. Am Donnerstag, 19. November 2026, steht Ecuador im Mittelpunkt, am Donnerstag, 17. Dezember 2026, die Geschichte des Lingener Gefängniswesens.

