Internationale Fachkräfte zu finden, ist für viele Betriebe im Münsterland nur die halbe Aufgabe. Ob sie bleiben, entscheidet sich häufig außerhalb des Unternehmens: bei der Wohnungssuche, im Sprachkurs, im Freundeskreis. Das war die zentrale Erkenntnis des „Praxisforums Internationale Beschäftigung“, zu dem sich am Mittwoch, 7. Oktober 2026, rund 50 Teilnehmende im FIEGE Logistik X-DOCK in Münster trafen.
Nächster Termin: Am Dienstag, 17. November 2026, folgt die Veranstaltung „Betriebliche Welcome Guides Münsterland“ beim Münsterland e.V. am Flughafen Münster/Osnabrück. Sie richtet sich an Unternehmen, die sich auf die Beschäftigung internationaler Fachkräfte vorbereiten wollen. Uhrzeit, Kosten und Anmeldung nennt der Veranstalter unter www.muensterland.com/internationals.
Wer eingeladen war und wer organisiert hat
Das Forum richtete sich vor allem an Personalverantwortliche, die Fachkräfte aus Drittstaaten einstellen wollen oder schon Erfahrung damit haben. Eingeladen waren außerdem Kommunen und Organisationen, die mit internationaler Beschäftigung zu tun haben. Veranstalter war der Münsterland e.V., gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungen der Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie den Agenturen für Arbeit im Münsterland. Im September hatte regionalupdate.de die Veranstaltung angekündigt.
Missverständnisse erst verstehen, dann bewerten
Den Auftakt machte Dr. Ursula Bertels vom Verein Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung an der Universität Münster. In ihrem Impulsvortrag ging es darum, welche Rolle interkulturelle Kompetenz beim Onboarding spielt. An Beispielen zeigte sie, wie Missverständnisse zwischen Kolleginnen und Kollegen entstehen. Ihr Rat an die Betriebe: das Verhalten zugewanderter Beschäftigter nicht vorschnell bewerten, sondern nach den Gründen fragen und das Gespräch suchen.
Klinik, Pflegedienst, Industrie und Stadtverwaltung berichten
In zwei Workshop-Runden schilderten Arbeitgeber aus der Region ihre Erfahrungen: das Klinikum Westmünsterland, die Sander Pflege GmbH, das Universitätsklinikum Münster, die Huesker Synthetic GmbH & Co. KG, die Stadt Billerbeck und die Agentur für Arbeit. Die Teilnehmenden ergänzten die Beispiele mit eigenen Erfahrungen.
Dabei zeigte sich, dass Integration nicht am Werkstor endet. Wohnraum, Sprachkenntnisse und soziale Kontakte im Alltag entscheiden mit darüber, ob neue Beschäftigte in der Region Fuß fassen. Diese Aufgaben kann ein einzelner Betrieb kaum allein lösen.
„Internationale Fachkräfte zu gewinnen, ist nur der erste Schritt. Ebenso wichtig ist es, ihnen das Ankommen zu erleichtern und sie langfristig an Unternehmen und Region zu binden“, sagt Monika Leiking, die beim Münsterland e.V. den Service Onboarding@Münsterland leitet. Dafür brauche es gute Strukturen und einen Austausch darüber, was in der Praxis funktioniert.
Ansprechpartner
Fragen zum Projekt beantwortet Jan Heppner vom Münsterland e.V., Telefon 02571 94 93 56, E-Mail [email protected].

