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Hildegard Hammersen und Agnes Hülsmann singen beim Plattdeutschtag der Gerbertschule Visbek in einer vierten Klasse plattdeutsche Lieder

Visbek: Plattdeutsche Woche mit Kasperletheater, Schulaktionstagen und Erntedankmesse auf Platt

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Neun Tage lang stand in Visbek das Plattdeutsche im Vordergrund. Vom 25. September bis zum 3. Oktober 2026 lud die Visbeker Warkstäe för Plattdütsch zur Plattdeutschen Woche ein, mit Aktionstagen an zwei Grundschulen, einem plattdeutschen Kasperletheater für Kindergartenkinder und einer Erntedankmesse auf Platt in der St.-Vitus-Kirche. Die Angebote der Warkstäe richten sich ausdrücklich auch an Menschen, die Platt nur verstehen oder gar nicht mehr sprechen.

25 Jahre Europäischer Tag der Sprachen als Anlass

Hintergrund war der Europäische Tag der Sprachen am 26. September. Er geht auf das Europäische Jahr der Sprachen 2001 zurück und wurde in diesem Jahr 25 Jahre alt. Neben den eigenen Veranstaltungen rief die Warkstäe Visbeker Vereine und Betriebe dazu auf, in der Aktionswoche bewusst mehr Platt zu sprechen, etwa in der Frühstückspause, bei der Chorprobe oder in der Gruppenstunde.

Zur Warkstäe gehören zehn Personen um Marius Muhle, den Plattdeutschbeauftragten der Gemeinde Visbek. Ihr Ziel ist, die Sprache im Ort hörbar zu halten. Wer noch Platt spricht, soll es auch nutzen und an andere weitergeben. In Visbek wird nach Einschätzung der Gruppe noch vergleichsweise viel Plattdeutsch gesprochen.

Ortsgeschichte auf Platt in Visbek und Rechterfeld

Den Auftakt machte am Freitag, 25. September, die Gerbertschule Visbek mit ihrem jährlichen Plattdeutschtag. Die Kinder hörten Geschichten, sangen Lieder und bastelten nach plattdeutscher Anleitung. Bei einer Führung rund um die St.-Vitus-Kirche ging es auf Platt um die Anfänge Visbeks und die Rolle von Abt Gerbert Castus.

Am Dienstag, 29. September, folgte die Grundschule Rechterfeld, die den Plattdeutschtag seit 2025 feiert. Dort beschäftigten sich die Kinder mit der Geschichte ihres Ortes von der ersten Kapelle über den Bahnhof bis zur neuen Kirche und mit dem Weg ihrer Schule von der Schulstube beim Vikar bis zum heutigen Gebäude. Die Aktionstage sollen Kindern einen Zugang zur Sprache verschaffen, denn immer weniger Grundschüler wachsen zu Hause mit Plattdeutsch auf.

25 Kinder beim Kasper im Kindergarten St. Elisabeth

Am Donnerstag, 1. Oktober, spielte die Warkstäe im Kindergarten St. Elisabeth ein Kasperletheater auf Platt. Organisiert hatte es Andrea Kühling, Erwin Stubbe übersetzte das Stück, Elke Wilkens und Elisabeth Bramlage spielten. Der Kasper sammelte darin im Wald so viele Kastanien, dass die Großmutter nicht wusste, wohin damit. Aus den übrigen Kastanien bastelten die 25 teilnehmenden Kinder anschließend Spinnen, Spinnennetze und Fangbecher.

Erntedank auf Plattdeutsch zum Abschluss

Zum Abschluss feierte die Gemeinde am Samstag, 3. Oktober, um 17.30 Uhr in der St.-Vitus-Kirche die plattdeutsche Erntedankmesse, eine langjährige Visbeker Tradition. Zelebrant war zum zweiten Mal Pfarrer Ferdinand Hempelmann, der in Visbek aufgewachsen ist und heute in Dülmen arbeitet. Marius Muhle las als Lektor, Erwin Stubbe, Andrea Kühling und Maria Schmunkamp übernahmen den Gesang. Predigt und Messtexte drehten sich um Dank für die Ernte sowie um Gottes Nachsicht und Gnade.

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